„Mächtige und weise Frauen
aus Vergangenheit und Gegenwart sind in der galerie
futura zu Gast.
Lebensgroß und leicht sind die Papierskulpturen,
die hier in verschiedenen Gruppen sitzen oder stehen
und den Raum bevölkern. Sie sind ohne versteckten
harten Kern, ohne Gerüst wie eine Zwiebel Schicht
um Schicht aus Papier gewachsen.
Inneres und Äußeres sind aus dem gleichen
Material, das verarbeitete Zeitungspapier ist auch
ein Speicher des Wissens.
Unter dem Titel Stadt der Frauen schrieb Christine
de Pizan 1405 die erste weibliche Utopie. Sie entwarf
das Bild einer humanen vernünftigen – also
von Frauen geprägten – Welt und bediente
sich dabei eines damals gängigen Musters der
idealen Traumstadt.
Jeder Stein ist einer Tugend gewidmet und Christine
de Pizan wird von Frau Vernunft, die wie ihre Königin
gekleidet ist, unterstützt. So entsteht die Stadt
auf einem wunderbaren Fundament mit festem Mauerwerk,
das von keiner Unmoral und Bösartigkeit zerstört
werden kann. Eines Tages ziehen die Frauen aus aller
Welt und aus jeder Epoche der Geschichte in diese
Stadt ein."
In dieser Ausstellung spannt sich der Bogen zwischen
dem Utopieentwurf von Christin de Pizan im Mittelalter
und der Lebensperformance von Marianne Pitzen, die
mit kühner Geste, ironischem Unterton und respektlos
grenzüberschreitend weit in die Zukunft weist.