‘„Making Sex“ – zur Herstellung biologischen Geschlechts’

Vortrag von Heinz-Jürgen Voß. Im Anschluß Gespräch mit Heinz-Jürgen Voß und der Künstlerin Marion Denis

Am 06.10.2012 um 19:30

In ihrer aktuellen Ausstellung DOUBLE BLIND arbeitet Marion Denis in Fotografien und Texten auf, wie durch technische Voraussetzung und Vorwissen ein spezifisches Wissen über Geschlecht im Labor entsteht.

Im Input von Heinz-Jürgen Voß wird das exemplarisch nachgezeichnet: Die Präformisten im 17. Jahrhundert blickten durch das Mikroskop – und sahen das, was sie bereits wussten, vollständige und kleine bewegliche Menschen. Auch heute ist dies grundsätzlich nicht anders: Gesellschaftliche und technische Faktoren prägen auch biologisch-medizinisches Wissen – Gleichheit, Differenz oder Vielfalt von Geschlecht wird auch biologisch-medizinisch verhandelt. Ausgehend von einem Blick auf historische und aktuelle Geschlechtertheorien wird schließlich erläutert, wie das theoretische Wissen seit der europäischen Moderne darauf zielte und zielt, „Normalität“ zu schaffen und „Uneindeutigkeiten“ zu beseitigen – auch mit Gewalt.

Heinz-Jürgen Voß (Dr. phil., Dipl. Biol.) studierte Diplom-Biologie in Dresden und Leipzig und promovierte zu biologischen Geschlechtertheorien; weitere Forschungsschwerpunkte sind Biologie- und Medizingeschichte und -ethik. Zuletzt veröffentlichte sie_er „Geschlecht: Wider die Natürlichkeit“ (2011, Schmetterling-Verlag) und „Intersexualität – Intersex: Eine Intervention“ (2012, Unrast-Verlag).
www.heinzjuergenvoss.de