AG Feministisches Kuratieren

Termine:

9.3.2017, 17:00-20:00
30.5.2017, 17:00-20:00
17.11.2017, 17:00-20:30 mit Katja Kobolt https://kkobolt.wordpress.com/about/

FK May 2017 Bas Baker

 

(In search for) feminist curating – possible and imaginary templates

17.11.2017, 17:00-20:30

Art practice and curating, if acknowledged as spaces of production and not mere representations of knowledge, are not only struggles for visibility but an event of an inter-relational space, which is (hopefully) uncanny and slippery enough not to be completely caught in processes of valorization and commodification.

Katja Kobolt arbeitet als Kuratorin, Kunstvermittlerin, Autorin, Dozentin und Produzentin mit feministischen Impetus. In ihrer individuellen Praxis sowie in kollektiven Zusammenhängen geht es ihr darum, Unmöglichkeiten zu brechen und (meistens situative) emanzipatorische Räume zu schaffen. Das von ihr moderierte offene, dritte Arbeitstreffen der AG FemKur am 17. November sondiert Strukturen, mit denen andere Formen der Soziabilität konturiert werden können, die gemeinsame Wissensproduktion und Austausch entstehen lassen sowie Handlungsräume erweitern. Während des Arbeitstreffens, das sich zugleich als Forumsgespräch gestalten soll, will Katja zusammen mit den Teilnehmer*innen (und ausgehend von ihren je eigenen Genealogien und Positionierungen) verschiedene Methoden feministischen Kuratierens an- und besprechen. Das Augenmerk richtet sich dabei auf bestehende sowie mögliche und imaginäre Produktions-, Interaktions- und (Re)Präsentationsformate (der Kunst): Denn Formen (der Wissensrepräsentation) können selbst zu Wissen werden.

Katja promovierte 2006 Literaturwissenschaft an der LMU München zur Pragmatik der Kriegsliteratur von Frauen und feministischen Kanonisierungmodellen. Sie arbeitet seit späten1990-er Jahre im Kunst- und Kulturberiech: vor allem ihre langjährige Zusammenarbeit mit dem Verein und Festival City of Women Ljubljana, das sie 2007-2008 auch leitete, sowie mit dem kuratorischen Kollektiv Red Mined sind formativ für ihre Praxis und feministisches Denken. Seit einem Jahr arbeitet Katja in München im städtischen Kunstraum Lothringer13_Florida und zusammen mit der Künstlerin und Kunstvermittlerin Maximiliane Baumgartner im Aktionsraum und Kunstprojekt DER FAHRENDE RAUM, der Aktionspädagogischeformate re-enactet. Zusammen mit Suza Husse (District Berlin) sowie anderen Künstler*innen, Aktivist*innen und Initiativen arbeitet Katja an einer Kunst- und Kunstvermittlungsplattform über und zu Postmigrationsgesellschaft: no stop non stop. Außerdem co-konzipierte, co-kuratierte und/oder co-produzierte Katja folgende Projekte: 13. und 14. Internationales Festival City of Women, Living Archive Editionen, 54. Oktober Salon Belgrad sowie Endless Red Mined Symposium, A Space Called Public von Elmgreen & Dragset, GUESTures von Margareta Kern, Cross Border  Experience, Natural Relations und Humour Works, Warmarkt Inc., etc. Katja schreibt über Kunst, Literatur, Leben und Feminismus: u.a. Performative Gestures Political Moves, No One Belongs Here MoreThanYou, The Living Archive: Curating Feminist Knowledge, GUESTures und lehrt (zu letzt an der HU zu Berlin)
https://kkobolt.wordpress.com/about/

Vorbereitende Literatur:

Nataša Petrešin-Bachelez. 2017. “For Slow Institutions”. In: E-Flux Journal #85 – October 2017. http://www.e-flux.com/journal/85/155520/for-slow-institutions/

Red Mined (Danijela Dugandžić, Katja Kobolt, Dunja Kukovec, Jelena Petrović) and Jelena Vesić. 2014. “ No one belongs here more than you”, “Where and what is a museum?”, “Exhibition as scripted space: The modes of production and the production of modes”, “Feminist exposure with(in) the living archive?”, “Production in times of trouble”. In: Red Mined and Jelena Vesić (eds.). 54th October Salon. no one belongs here  more than you. The Living Archive: Curating Feminist Knowledge. Belgrade, KCB, 12-15, 28-29, 72-74, 88-95, 138-142, 202-205. https://kkobolt.files.wordpress.com/2016/01/katalog-eng-sept-2014.pdf

Jelena Petrović. 2015. “Social engagement in art between individual work and collective practices: feminist principles“. In: [BLOK] Ana Kutleša, Ivana Hanaček, Vesna Vuković (eds.). Journal Život umjetnosti , 97-2015, 48–67.
http://www.ipu.hr/content/zivot-umjetnosti/ZU_97-2015_048-066_Petrovic.pdf

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9.3.2017, 17:00-20:00

Die AG Feministisches Kuratieren möchte einen regelmäßigen Austausch zu Perspektiven und Praxen intersektionalen feministischen Kuratierens initiieren.

In einer Gruppe interessierter Kurator*innen, Künstler*innen, Wissenschaftler*innen und Aktivist*innen wird sich mit Inhalten und Strukturen, Handlungsfeldern und -formaten auseinandergesetzt. Zusammen möchten wir in Richtung eines Leitfadens – oder simply Inspirationen – solidarischen feministischen Handelns in Bezug auf das Feld des Kuratorischen arbeiten. Die Idee dazu kam letzten Sommer während des von der AG Arbeit / Haben und Brauchen anlässlich ihrer Posterpublikation We imagine a persona organisierten Frühstücks auf.

Wir versuchen möglichst vielfältige Erfahrungen, Politiken, Diskurse und Praxen einzubeziehen, die gegenwärtige Feminismen prägen, und diese gemeinsam produktiv zu machen für Fragen wie z.B.: Was verstehen wir überhaupt unter feministischem Kuratieren? Welche Themen, Fragen und Problematiken stellen sich in dieser Hinsicht? Welchen politischen Handlungsbedarf sehen und definieren wir? Was sind die Kontexte, in die wir intervenieren (wollen)? Inwiefern kann von einem Wir gesprochen werden? Wie können solidarische, inklusive Strukturen und Praxen im Kunstfeld aussehen, geschaffen und umgesetzt werden? Welche Allianzen mit weiteren macht- herrschaftskritischen Perspektiven sind heute notwendig? Wie arbeiten wir zusammen?

Dies sind erste Fragen. Wir stellen uns vor, dass die inhaltlichen Schwerpunkte der Treffen jeweils von der Gruppe gemeinsam festgelegt werden und sich jeweils eine oder mehrere Personen finden, das nächste Treffen mit einem diskursiven, künstlerischen oder anderen Input vorzubereiten. Langfristig geht es uns um das gemeinsame Erarbeiten und praktische Umsetzen von Möglichkeiten, ungleichen, ausschließenden und marginalisierenden Strukturen und hegemonialen Repräsentationsformen im Kunstfeld, mit solidarischen und inklusiven Praxen sowie queeren Repräsentationsformen entgegenzutreten.

Das in den Gesprächen und Inputs erarbeitete Wissen wird in einem begleitenden Blog dokumentiert, aufgearbeitet und gebündelt, um es langfristig als Arbeits- und Diskussionsgrundlage für alle nutzbar zu machen.

Initiiert von alpha nova & galerie futura und District.