beRuf Künstlerin – ein Paradigmenwechsel

Rauminszenierungen, Wandarbeiten, Skulpturen, Videoinstallationen, Computeranimationen

Monika Ortmann "Artemisia 2"

 

Karin Christiansen, Anna S. von Holleben, Jinran Kim, Verena Kyselka, Liz Mields-Kratochwil,
Monika Ortmann, Raha Rastifard, Mehran Tizkar, Corinna Rosteck, Sooki Koeppel, Gisela Weimann

Kuratierung und künstlerische Leitung: Uta Koch-Götze – galerie futura, Berlin

Die Ausstellung beRUF Künstlerin  –  ein Paradigmenwechsel ist als thematische Ausstellung
angelegt. Nach der Doppelausstellung 2010 in Berlin und Bonn präsentiert sich die Ausstellung mit 10 Positionen und überarbeiteter Konzeption 2013 als Gesamtkunstwerk in der Kunsthalle Brennabor. Gesellschaftlicher Wandel ist seit den letzen Jahren als Motto in aller Munde. Umso näher liegt es, auch in der Bildenden Kunst einen Paradigmenwechsel ins Auge zu fassen, wie es etwa die Dokumenta im letzten Jahr so unnachahmlich gezeigt hat. Kunst bildet das lebensnotwendige Ferment einer Gesellschaft in ihrer jeweiligen Zeit und die KünstlerInnen sind SeismographInnen gesellschaftlichen Wandels. Dabei verkörpern sie eine „Berufsgruppe“, die als solche nicht anerkannt wird. Im europäischen Kontext zwingt die Entscheidung für ein Dasein als Künstlerin und Künstler zu einem Spagat zwischen Selbstvermarktung und künstlerischer Arbeit, unterwirft sie/ihn den Mechanismen einer Marktlogik, die den künstlerischen Prozess seit Jahren fortschreitend anzupassen und damit zu ersticken droht. Diese Entwicklung betrifft Künstlerinnen mit ihrer Jahrhunderte lang verdeckten Geschichte, die erst im letzten Jahrhundert für eine größere öffentliche Aufmerksamkeit erschlossen worden ist, in besonderem Maße.
Hier setzt das Konzept der Ausstellung beRUF Künstlerin – ein Paradigmenwechsel an. Denn ein Richtungswechsel des gesellschaftlichen Blicks auf Kunst und ihre visionäre Kraft, die Zukunft jenseits von kommerziellen Anpassungsmechanismen und Zurichtungen auf ihren Marktwert entwirft, tut not. Es geht um den existentiellen Raum der Freiheit, die Treue zum immanenten „Ruf“ zur Kunst. Gefordert ist eine Rückbesinnung auf die subversive Kraft von Kunst, die heutzutage vielleicht gerade in der besonderen Aufmerksamkeit für die leisen Stimmen liegt. Erinnert sei an Gedanken von Meret Oppenheim, einer der visionärsten Künstlerinnen des vorherigen Jahrhunderts mit ihrer Aufforderung: Für dich – wider dich/ Wirf alle Steine hinter dich/ Und lass die Wände los.( M.Oppenheim, 1934)
Denn auch heute gilt, was diese Künstlerin 1975 in ihrer Rede anlässlich der Verleihung des Kunstpreises der Stadt Basel formulierte: Die Freiheit wird einem nicht gegeben, man muss sie nehmen.

Uta Koch-Götze – Kuratorin

Doppelausstellung: galerie futura, Berlin – Frauenmuseum Bonn 2010
Zur Ausstellung erschien ein Katalog.
Zum Rahmen der Ausstellung gehörte eine thematisch orientierte Tagung in Bonn.

Raha Rastifard & Mehran Tizkar, Mixed-Media-Projekt Tuba, 2007, Dia auf Leuchtkasten