Feministische Manifeste: Eine Einladung zur utopischen Spekulation

Gemeinsame Lektüre und Diskussionsabende

Idee Felicita Reuschling, Realisierung gemeinsam mit Rebecca Wilbertz

Lesungen, Donnerstag, den 30.6.2016, 7.7.2016 und 14.7.2016, 19:00
Workshop, Sonntag, den 14.8.2016, 15:00-18:00 mit ninotschka in Kooperation mit v.a.m.p.s. und Joel Vogel

An das Motto der aktuellen Ausstellung „Welcome to Futuristan. 30 Jahre galerie futura“  und der gleichnamigen Präsentation des 30jährigen Archivs von alpha nova & galerie futura anknüpfend, wollen wir in einem Blick zurück auf die letzten Jahrzehnte gemeinsam feministische Manifeste diskutieren. An den drei Sommer-Abenden von 19:00-21:00 werden wir jeweils zum Einstieg kurze Passagen gemeinsam laut lesen, um die jeweilige Stimmung dieser Manifeste zu vergegenwärtigen. Schön wäre es, eine niedrig-schwellige nicht-akademische Diskussion miteinander zu teilen. Im Gespräch sollen die utopischen Gehalte von diesen historischen feministischen Manifesten erschlossen werden.

30.6. „Frauenbefreiung und Sexuelle Revolution“ (Shulamith Firestone 1970) Kapitel Schlussfolgerungen, Die endgültige Revolution (Text zum download)

 7.7. „Counterplanning from the kitchen“ (Nicole Cox u. Silvia Federici 1974) (Ausschnitt counterplanningausschnitt)_ (Text lang zum download)

14.7. „Cyborg-Manifesto“ (Donna Haraway 1985) Text (pdf): haraway_manifesto

Eine Lektüre der Texte in voller Länge (jeweils ca. 20 Seiten) ist vorab sehr zu empfehlen!

Die ausgewählten Texte sind von einem radikalen politischen Gestus geprägt, und fordern utopische oder revolutionäre Perspektiven auf Geschlechterverhältnisse und Kapitalismus. Spannend ist an diesen Manifesten, dass sie für die Notwendigkeit von Veränderungen politisch streiten, deren Ziele häufig utopisch und meist schwer zu erreichen sind! Manifeste enthalten damit auch einen spekulativen Blick, der heute in der Gegenwart des kapitalistischen Realismus meist fehlt! Gleichzeitig möchten wir auch darüber sprechen, welche Diskussionslinien und Motive sich in aktuellen feministischen Manifesten finden wie z.b. dem xenofeministischen Manifest (2015). (Text: xf )

Wir freuen uns deshalb über Vorschläge für aktuelle oder neuere feministische Manifeste die ebenfalls eine soziale Utopie umreißen, die wir dann gemeinsam lesen und diskutieren können: Bitte meldet euch zu den Leseabenden spätestens 3 Tage vorher bei mail@alpha-nova-kulturwerkstatt.de an und teilt uns mit, wenn ihr aktuelle Texte mitbringen wollt. Bitte kurze Textabschnitte auswählen (ca. 2 Seiten) und die wichtigsten Thesen aus dem gesamten Text in max. 10min. vorstellen.

Veranstaltung auf FACEBOOK

14.8. Workshop, 15:00-18:00

In dem Workshop soll anhand von Figuren aus den Manifesten ein affektiver und kreativ-künstlerischer Zugang zur Thematik ermöglicht werden. Anhand von ambivalenten Figuren wie Meerjungfrau, Cyborg, Hexe oder Hydra, die immer wieder anders gedeutet wurden, werden Herausforderungen und Potentiale für die Gegenwart ausgelotet.

 

Die Veranstaltungen setzen zugleich thematisch die Reihe „Feminist Stories – Strategien der Wieder/Aneignung“ (2015) fort, indem sie die gegenwärtigen Motivationen für eine Aktualisierung feministischer Theorie und künstlerischer Praxis seit 1968 im intergenerationellen Dialog erforschen. (Felicita Reuschling)

Felicita Reuschling: Magister Kunstpädagogik, kuratiert Filmreihen, Ausstellungen und Veranstaltungsreihen und ist Herausgeberin und Autorin.

Bild: Laura Maikowski