Galerie

Welcome to Futuristan 30 Jahre galerie futura
Ausstellung und Rahmenprogramm im Kunstquartier Bethanien

Schirmfrau: Barbara Straka, Kunsthistorikerin, ehem. Direktorin des Hauses am Waldsee Berlin und Präsidentin a.D. der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig

Ausstellung: 7.8.-27.8.2016
tägl. 14:00-19:00

Eröffnung: 6.8.2016, 19:00

Projektraum im Kunstquartier Bethanien
Mariannenplatz 2, 10997 Berlin

Einladung / Programmflyer: KARTE FUTURISTAN_s

Künstlerinnen: Nathalie Anguezomo Mba Bikoro, Anna S. von Holleben, annette hollywood, Verena Kyselka, Katharina Lüdicke, Dorothea Nold, Raha Rastifard, Elianna Renner, Gisela Weimann

Die Ausstellung Welcome to Futuristan bringt Künstlerinnen verschiedener Generationen zusammen und befragt sie nach ihren einstigen wie gegenwärtigen Verständnissen und Wünschen eines selbstbestimmten künstlerischen Schaffen. Dabei werden ihre Vorstellungen von Arbeits- und Lebensbedingungen jenseits von Ungleichheit, Diskriminierung und Prekarität sowie von gesellschaftlichen (Gegen)Entwürfen thematisiert – letztendlich ihre Visionen vom „idealen Leben“. Nicht nur in Anknüpfungen an feministische Kunstkonzepte und Repräsentationspraxen der 1970er und 80er Jahre stellt sich wieder neu die Frage nach den subversiven Potenzialen von Kunst. Wie steht es heute um Bedürfnis und Notwendigkeit, Strukturen des Kunstbetriebes und gesellschaftliche Normen mit irritierenden Blickwinkeln, verstörenden Ästhetiken und auf Veränderung zielenden Standpunkten zu begegnen? Welche Medien, Materialitäten, spielerische wie kämpferische Formate und Strategien werden dazu entwickelt und/oder wiederentdeckt? Wie positionierten und positionieren sich feministische Künstler_innen angesichts globaler Krisen und existenzieller gesellschaftlicher Umbruchsituationen? In der Auseinandersetzung mit emanzipativen Utopien zielt die Ausstellung auch darauf zu ergründen, welche unterschiedlichen Verständnisse der Begriff „Utopie“ im Rahmen künstlerischen Produzierens heutzutage – noch – erfährt und was eventuell an seine Stelle tritt. In diesem Sinne bringt die Ausstellung heterogene Stimmen von Frauen zusammen, die sich fragen wie Futuristan aussehen könnte, was es ausmachen würde und welche Veränderungen dafür voraussetzend wären. Mit den Medien Video, Sound, Installation, Objektkunst, Fotografie und Performance entwerfen die Künstlerinnen ihre jeweiligen Perspektiven auf Futuristan.

Welcome to Futuristan. 30 Jahre galerie futura wird kuratiert von Uta Koch-Götze (Gründerin und Leiterin von alpha nova & galerie futura 1986-2011), Katharina Koch (Co-Projektleiterin seit 2012), Dorothea Nold (Co-Projektleiterin seit 2015)

Veranstaltung/Ausstellung auf FACEBOOK

„Welcome to Futuristan“ wird gefördert von der Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen – Geschäftsstelle Gleichstellung, unterstützt mit Mitteln aus dem Bezirkskulturfonds des Bezirkes Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin sowie der Gerda-Weiler-Stiftung

 

 

 

Mit freundlicher Unterstützung von EIDOTECH GmbH und Goethe-Institut.

Die Veranstaltung „Feministische Räume in Kunst und Politik. Ein generationsübergreifendes Gespräch“ findet in Kooperation mit dem Kunstraum Kreuzberg/Bethanien statt

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Welcome to Futuristan. 30 Jahre galerie futura
Das erlebbare Archiv der alpha nova & galerie futura

18.5.- 30.7.2016, Do 13.00-19.00, Fr-Sa 16.00-19.00
10.8.-27.8.2016 nach Anmeldung: mail@alpha-nova-kulturwerkstatt.de

Programmflyer: Archiv_Karte_web

Gesamtprogramm: Welcome to Futuristan. 30 Jahre galerie futura

Drächin Futura, Symbol galerie futura seit 1986

Das Archiv von alpha nova & galerie futura wird in Form einer mobilen Struktur mit Bildern, Texten, Katalogen, Dokumenten, Objekten und audiovisuellen Medien unter der Mitarbeit von Künstler_innen, Autor_innen und Theoretiker_innen zwischen Mai und August gesichtet, aufgearbeitet und erstmalig öffentlich zugänglich. Aus den Materialien entsteht eine installative Arbeit, die in prozesshafter und wandelbarer Form die unterschiedlichen Medien in Disposition setzt. Dadurch werden die Geschichten, künstlerischen Biographien und Werke im Wandel und Wirken des Kunstraums spannungsvoll visualisiert. alpha nova & galerie futura hat mehrfach den Standort innerhalb Berlins gewechselt: von Zehlendorf (1986-2001), nach Friedenau (2001-2011) bis auf die Grenze zwischen Kreuzberg und Treptow (seit 2012). Ein Fokus der Aufarbeitung liegt darin, die jeweiligen Verbindungen und Bezüge der Galerie zu ihren wechselnden lokalen Umfeldern sichtbar zu machen.

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Domestic Warscapes

Lisa Glauer

Vernissage / Opening: 19. März 2016, 19:00
Ausstellungsdauer: 20. März 2016 – 1. Mai 2016, Mi.-Sa. 16:00-19:00

Performance: Plotting human border milk, 31. März 2016, 19:00
Performance: Ironing human border milk, 9. April 2016, 19:00
Artist Talk
mit Lisa Glauer und Robert Huber, 14. April 2016, 19:00

Bilder

Domestic Warscapes beschäftigt sich mit den sozioökonomischen und ökologischen Auswirkungen der brachialen Grenzziehung zwischen San Diego (USA) und Tijuana (Mexiko) und der damit verbundenen Penetration von Umweltgiften in den menschlichen Körper. Vor Ort online bestellte und an arrangierten Übergabeorten gekaufte Muttermilch wird von der Künstlerin als Zeichenmaterial genutzt. Mit dieser überträgt Glauer Abbildungen von Kriegsgeräten und industriellen Anlagen, die propagandistischen Symboliken einer hegemonialen Vorstellung von Mensch über Natur entnommen sind in einen Animationsfilm. Der Prozess ist auch Vermittlungsmethode: Mit der Performance Plotting human border milk wird ein umfunktionierter Plotter zur Zeichenmaschine. Während der Performance Ironing human border milk werden die Milchzeichnungen durch Bügeln sichtbar gemacht. Mit dem Fehlen einer unmittelbaren Überprüfbarkeit der zunächst unsichtbaren Zeichnungen wird das Sichtbarwerden zudem zum Erkennungsprozess.

Domestic Warscapes deals with the socio-economic and ecological results of a brutal border drawn between Tijuana (Mexico) and San Diego (USA) and the resulting penetration of environmental poisons into the human body on both sides. Breastmilk ordered online and purchased on location at specifically arranged places is used as drawing material by the artist. Glauer transfers images of war machines and industrial facilities, taken from propaganda symbolisms of a hegemonial concept of man over nature, into an animation film. The process is also a discursive interactive method: with the performance plotting human border milk a refurbished plotter becomes a drawing machine. During the performance ironing human border milk the milk drawings are burnt into visibility by ironing. Due to the absence of an immediate verifiability of the invisible drawings, ironing them becomes a cognitive process.

 

Lisa Glauer
Lisa Glauer taught as Associate in the MFA Program Public Art and New Artistic Strategies at Bauhaus-University in Weimar (Bauhaus-Universität Weimar) since 2009, focussing in particular on developing and implementing international projects. She grew up in London, Marseille, Rabat, Prague, Genoa and Athens. She studied Linguistics at Georgia Augusta University, Göttingen, Political Science and Visual Art at San Jose State University, Visual Art at State University of New York, Purchase (BFA), completing her graduate studies in Painting and Art History at Pratt Institute, New York (dual degree, MFA/MS). She then completed the postgraduate program Art in Context, at the University of the Arts, Berlin (MA), and defended her PhD, focussing on (human) milk as drawing material, and historic science fiction imagery from the GDR/FRG, in the PhD Programm in Art and Design at Bauhaus-Universität, Weimar, with highest honors (summa cum laude). She is co-founder of the project space arttransponder in Berlin and was its artistic co-director until 2009. arttransponder focuses on participatory art at the interface to other disciplines.

http://www.lisaglauer.de

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Bild: Lisa Glauer, Fucked, ironed breastmilk on paper, layered, 2015 (excerpt)

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WOUNDERLAND

Installation

Moran Sanderovich

Vernissage / Opening: 05. Dezember 2015, 19:00

The Body of Trauma ( Screening, Performances,  Artist Talk): 30. Januar 2016, 18:00-21:00.

kuratiert von / curated by Adi Liraz

Ausstellungsdauer: 06. Dezember 2015 – 30. Januar 2016, Mi.-Sa. 16:00-19:00.

Bilder

Moran Sanderovichs Skulpturen in Wounderland visualisieren wie sexuelles Trauma zu einer Rekonfiguration der emotionalen, psychologischen, physiologischen und physischen Existenz führen kann. Die Künstlerin trägt die wundersamen Verwandlungen aus Wunden zu Wundern durch Skulpturen zur Schau, verkörpert sie in phantastischen Tierwesen und Körpermutationen. Das Trauma hat die Fähigkeiten dieser Skulpturen erweitert, die (versehrten) Körper zu begabten gemacht, die zwischen Leben und Tod zu Superkräften kommen, als Folge der Ermächtigung. Sie sind in der Spirale des immer wieder erlebten Traumas, das nicht überwunden wurde, gefangen. In ihren Arbeiten verbindet sich die Künstlerin mit unseren tierischen Instinkten, während die Skulpturen Körper repräsentieren, die eingefroren sind, als ob ein Raubtier ihr Leben bedroht. Gedichte von Alma Lily Rayner begleiten die Ausstellung.

In Wounderland, Moran Sandervich’s sculptures expose how sexual trauma leads to the emergence of a new reconfiguration of emotional, psychological, physiological and physical existence. The artist displays the strange transformations from wounds to wonders through sculptures that embody fantastic beasts, mutations of bodies. Her sculptures gained enhanced abilities through their trauma, a new (dis)abled body floating between life and death and inheriting super powers as a result of empowerment. They are trapped in the spiral of reliving trauma that has not been overcome. In her work, the artist connects to our animal instincts as the sculptures represent bodies that are frozen as the predator is threatening their lives. The Exhibition will be accompanied by poems by Alma Lily Rayner.

Moran Sanderovic
Moran Sanderovich ist eine visuelle und Performance-Künstlerin ansässig in Berlin. Sanderovich wurde 1980 in Israel geboren und studierte an der School of Visual Theatre in Jerusalem. Sie hat an verschiedenen internationalen Standorten wie dem GRIMMWELT Museum in Kassel, Gihoitegaard Gallery in Kopenhagen, Human Nature Faust Festival in Belgrad, Month of Performance Art in Berlin, 100 Grad Festival in den Sophiensälen in Berlin, und der “Warp & Woof”-Ausstellung im District in Berlin ausgestellt und performed. Sie hat den Jerusalemer Mayor’s Award for Excellence and Artistic Achievement (2008) und ein Stipendium der America-Israel Foundation (2006) erhalten. Sanderovichs Werk umfasst Performances, Videos, Skulpturen und Zeichnungen. Sie erschafft einen modernen, mythologischen, alternativen Körper, um den menschlichen Körper innovativ zu visualisieren und seine Wahrnehmung herauszufordern. In ihren Arbeiten behandelt sie die Haut nicht mehr als Grenze und verwendet selbst erstellte Prothesen, um den Körper zu verlängern oder zu verkürzen. Der neue Körper verwischt die  Grenzen zwischen dem Abstoßenden und dem Anziehenden, dem Bedrohlichen und dem Verletzlichen. Sanderovichs Suche nach neuen Fähigkeiten und Bewegungen, der „normalen” Funktion und Bedeutung beraubt, eröffnet neue Perspektiven und untersucht, was als menschlich wahrgenommen wird und was seine „normale” Funktion und Bedeutung ist.

Moran Sanderovich is a visual and performance artist based in Berlin. Sanderovich was born 1980 in Israel and studied at the School of Visual Theatre in Jerusalem. She has exhibited and performed in various international locations such as the GRIMMWELT Museum in Kassel, Gihoitegaard Gallery in Copenhagen, Human Nature Fist Festival in Belgrade, Month of Performance Art in Berlin, 100 Grad Festival at Sophiensaele in Berlin, and the “Warp & Woof” exhibition at District in Berlin. She has received the Jerusalem Mayor’s Award for Excellence and Artistic Achievement (2008) and a Scholarship from the America- Israel Foundation (2006). Sanderovich’s work includes performances, videos, sculptures and drawings. She creates modern mythological alternative bodies to seek new ways to visualize the human body and challenge the way it is perceived.  In her works she treats the skin no longer as a boundary and uses self-created prostheses to extend or shorten the body. The new body blurs borders between repulsive and attractive, threatening and vulnerable. Deprived from “normal” function and meaning, Sanderovich’s search for new abilities and movements opens up new perspectives and examines what is perceived as human and what is the “normal” function and meaning thereof? 

http://moran.sanderovich.com/

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Bild: Dadi Elias

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THE COMPANY WE KEEP

Installation – Malerei – Video

Melody LaVerne Bettencourt / Karina Griffith / Lerato Shadi

Vernissage / Opening: 12. September 2015, 19:00
Artist Talk (engl./dt.): 12. September 2015, 20:00

Ausstellungsdauer: 13. September – 16. Oktober 2015, Mi.-Sa. 16:00-19:00.

In ihren Arbeiten beschäftigen sich die Künstlerinnen mit den Themen Rassismus und Marginalisierung Schwarzer kulturschaffender Frauen und Frauen of Color sowie mit Strategien der Selbstermächtigung.

Artist Statement
As Black women living in white spaces that are not open to us, we wanted to thematize what it would be like or look like to live in a Black-friendly world, with the understanding that pro-Black does not mean anti-white, even though historically pro-white has meant anti anybody else. As Black women, as artists, as sisters, as mothers, we are cultural producers. As such we must deal with the fact that our perspectives are neither represented nor heard. The expectation when walking into a gallery space is to find white walls, just as it is expected to walk in to spaces of power and privilege and find that those spaces are white spaces. In Germany, Europe, whiteness equals “neutral”. We are questioning that.
Wir definieren uns selbst und lassen uns nicht definieren
. We locate tomorrow by becoming our own storytellers. We listen to the pain in Black knowledge. It is present in our growing consciousness. Our interconnectedness is our history and our strength. We invite the Black Atlantic to the table. Whether the Black women on the wall are famous or not is irrelevant. They reflect our complexity and our diversity. We are all of them and they are all of us.

This is the company we keep.

Melody Laverne Bettencourt
Karina Griffith
Lerato Shadi

http://melodylavernebettencourt.com/
www.karinagriffith.com/
www.lerato-shadi.net/

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Die Ausstellung The Company We Keep findet im Rahmen der Veranstaltungsreihe Prekäre Kunst: Protest & Widerstand statt.

ausführliches Programm: www.alpha-nova-kulturwerkstatt.de/projekte/

Programm auf facebook

Programmflyer

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„Prekäre Kunst: Protest & Widerstand“ wird gefördert durch die Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin.

 

 

Das Symposium findet in Kooperation mit dem Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung statt.

 

 

Medienpartner

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material matters – bewegte und widerspenstige Körper

queerfeministische Malerei

Deborah Schmidt

Vernissage: 05. Juni 2015, 19:00 + Konzert mit Razor Cunts (Riot Grrrl Cello Duo)
Ausstellungsdauer: 06. Juni – 16. Juli 2015, Mi.-Sa. 16:00-19:00

Konzert: 04. Juli, 21:00, mit Erring Soda  (Riot Grrrl Hardcorepunk) & Lily Havoc (Metal / Punk), 3,00-5,00 Spende
Artist Talk: 11. Juli 2015, 15:00, mit Deborah Schmidt und j. Cash Hauke (Gender Künstler*_Wissenschaftler*_Akivist*)

Bilder

"Queerfeministische Revolution“, 100 x 80 cm, Acryl auf Leinwand, © Deborah Schmidt

In der figürlichen Malerei von Deborah Schmidt steht der menschliche Körper im Mittelpunkt. Statt klassischer Portraits sind es situative Momentaufnahmen, in denen die Körper in Augenblicken alltäglicher Aktivität festgehalten werden. Sie sind stets in Bewegung – in Interaktion mit sich selbst oder mit anderen, teils in sich gekehrt, teils extrovertiert, manchmal fragmentiert und grenzüberschreitend. Immer erscheinen sie als selbstbestimmt handelnd. In ihren Bildern unterläuft die Künstlerin den passiven Objektstatus herkömmlicher Körperrepräsentationen. Inspiriert von queerfeministischen Ansätzen und Praxen will sie widerspenstige Körper zeigen, die sich Normen, insbesondere geschlechterspezifischen Normen, widersetzen. Die Körper in ihren Gemälden strahlen eine selbstermächtigende Dynamik und eine Eigenständigkeit aus, die kaum Verwundbarkeit performiert. Vielmehr sind die Haltungen und Gesten stets stark und selbstbewusst, egal wie unerwartet und unkonform diese auch sein mögen.
Das Format der gegenständlichen Malerei ist im Kontext von Schmidts Ansatz besonders interessant. (Queer-)feministische Kunst findet ihren Ausdruck meist in zeitgenössischeren Medien, die nicht derart patriarchal vordefiniert sind wie die (figürliche) Malerei, die heute nachwievor vorwiegend normativ bestimmt ist. Die Bewegung der Körper und der Eindruck des Momenthaften in den Bildern stehen im Widerspruch zur zeitaufwendigen Materialebene der Malerei. In diesem Sinne steht in den Arbeiten von Deborah Schmidt das Format Malerei in fruchtbarem Kontrast zu den gezeigten Inhalten der Bilder. So wirft die Ausstellung „material matters – bewegte und widerspenstige Körper“ nicht nur Fragen nach künstlerischen Potenzialen auf, in normative Körperrepräsentationen verändernd zu intervenieren, sondern auch in das Medium der Malerei selbst und seine traditionell heteronormative Besetzung.

Die Künstlerin
Deborah Schmidt, geboren 1983 in Berlin, ist Künstlerin und Politologin. Als Zweitstudium studierte sie Kunst und Politik auf Lehramt an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Sie arbeitet als Bildungsreferentin in der Mädchenarbeit und Politischen Bildungsarbeit und setzt sich praktisch wie theoretisch mit der Verbindung von Queer-feminismus, politischen Inhalten und Kunst auseinander.

www.deborahschmidt.de

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Medienpartner:

 

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Return/Partake – Episode 1

Videoperformance und Rauminstallation

Shlomit Lehavi
Vernissage: 10. April 2015, 19:00
Ausstellungsdauer: 11.April – 22. Mai 2015, Mi.-Sa. 16:00-19:00
Artist Talk: 9. Mai 2015, 16:30
mit: Shlomit Lehavi, Sharon Adler (AVIVA-Berlin), alpha nova & galerie futura 

Bilder Vernissage + Ausstellung

Die israelische Künstlerin Shlomit Lehavi präsentiert erstmalig ihre neu entstehende Video-Performance „Return/Partake – Episode 1“, die sich mit Identität und den damit verknüpften Fragen von Identifikationen, Zuschreibungen, Aneignungen und Wandlungsfähigkeiten auseinandersetzt. In ihrer künstlerischen Adaption der von Glenn Close in der US-amerikanischen Serie „Damages“ verkörperten Figur Patty Hewes wagt Lehavi einen Selbstversuch der emotionalen Selbst- und Fremdmanipulation. Die Verbindung von scheinbar widersprüchlichen Eigenschaften wie manipulativ, verwundbar, hart, fürsorglich steht Frauen nach wie vor selten als Identifikationsmodell zur Verfügung. Vielmehr scheinen sich zwei gegenläufige Zuschreibungen fortzuschreiben, die  uns insbesondere in Film und Fernsehen stetig aufs Neue begegnen: selbstbestimmte Charaktere werden meist als „unweiblich“ vorgestellt, abhängige Persönlichkeiten hingegen als „weiblich“.

Umso interessanter erscheint es, wenn in der US-amerikanischen Serie „Damages“ mit Patty Hewes ein weiblicher Charakter auftaucht, der diese Rollenzuschreibungen verbindet und damit überschreitet. Die Künstlerin Lehavi ist fasziniert von der  Gleichzeitigkeit von Härte und Verletzlichkeit. Sie nimmt diese Darstellung einer weiblichen Identität als Ausgangspunkt für ihre vielschichtige Video-Performance und Installation „Return/Partake – Episode 1“. Dazu filmte sie verschiedene Phasen, in denen sie selbst den Charakter Patty Hewes performte und über diesen Prozess reflektierte:

„Es ist gerade die Zweiseitigkeit ihres Charakters, die mich in den Bann gezogen hat. Zunächst lediglich als passive Zuschauerin der Serie, und später als Impuls, Pattys Rolle zu übernehmen. (…) Diese Untersuchung entwickelte sich in die aufrichtige Darstellung eines Prozesses von Inspiration über Annahme hin zur Umsetzung.“ (Shlomit Lehavi 2014)

„Return/Partake – Episode 1“ besteht aus mehreren parallelen Projektionen. Szenen aus der originalen TV-Serie werden mit den von der Künstlerin performten Adaptionen verknüpft. Eine eigens von Lehavi für die Installation in der alpha nova & galerie futura entwickelte doppelwandige Leinwand erlaubt die Projektion beider Bilder: der als Vorbild dienenden Leinwandfigur und der Nachahmerin, die in die neue Identität schlüpft und sich gleichfalls auf die Leinwand projiziert. Eine Projektion in doppeltem Sinne. Die Gleichheit und Gleichzeitigkeit von Aktionen produzieren einen ganz besonderen Dialog. Einen Dialog zwischen zwei Personen, oder einen Dialog mit sich selbst?

Wie auch schon in früheren Arbeiten ist das Medium Video ein wesentliches ästhetisch-formales wie inhaltliches Ausdrucksmittel für Lehavi. Auch in ihrem neuen Werk ist es in mehrfacher Hinsicht zentral: als Original, als Bearbeitung, als Kopie, als Montage und Installation. Als Gesamtwerk schafft die Installation einen Kontext, der die Identitätsverschiebungen für das Publikum unmittelbar erfahrbar macht.
Für Lehavi sind Identitätsverschiebungen immer in der Verflechtung von Einzel- und Kollektividentitäten zu lesen:

„Mich interessiert, was Menschen miteinander verbindet und was sie voneinander trennt. Wenn man in Israel aufwächst, ist das Bewusstsein einer kollektiven Geschichte Teil der persönlichen DNA. Es hat eine Weile gedauert, bis ich mir darüber klar wurde, aber ich denke, die räumliche Trennung von dieser Kultur hat mich dazu gezwungen, mich einer Menge Fragen zu stellen. Der Kern dieser Fragen ist, für mich selbst ein Gleichgewicht zwischen meiner eigenen und meiner kollektiven Identität zu finden.“ (Shlomit Lehavi 2012)

„Return/Partake – Episode 1“ knüpft an diese Auseinandersetzungen an und setzt sich mit ihnen in spielerischer Weise auseinander.

Konzept und Performance: Shlomit Lehavi
Kamera: Michael Rossetti
Zusätzliche Kamera: Jeff Morey, Shlomi&Odelia
Kostümdesign: Karen Young
Inspiriert von der US-amerikanischen TV-Show „Damages“, entwickelt von Todd  A. Kessler, Glenn Kessler, Daniel Zelman; Hauptrolle: Glenn Close; Erster Ausstrahlungszeitraum 2007-2012.

Lehavis Werke wurden und werden international ausgestellt (u.a. in New York, Berlin, Tel Aviv, Kopenhagen, Austin, Porto) und sind mehrfach preisgekrönt.
Ausstellungen (Auswahl der letzten Jahre)
2012 Fantastic Time Machines, Art Laboratory Berlin (two person show)
2011 Museum of Contemporary Art of Vojvodina, Novi Sad, Serbia
2011 Lazy Bone in Kooperation mit Marion Neumann und Isamu Krieger, The Department of Film and Television, Tel Aviv University.
2009-2010 AC Institute [Direct Chapel], New York (solo show)

Residencies und Festivals (Auswahl)
2011 15th International Video Festival VIDEOMEDEJA, Novi Sad, Serbia
2009 re-new 2009, Digitales Kunstfestival, Kopenhagen, Dänemark
2008 Future Places, Digitales Medienfestival, Porto, Portugal
Laboratoire Village Nomade, Estavayer-le-Lac, Schweiz

Stipendien und Preise (Auswahl)
2015 Förderpreis der Stiftung ZURÜCKGEBEN und der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ)
2011 Outpost’s Cuts and Burns Residency grant
2008 Future Places, Digitales Medienfestival, Porto, Portugal – 2. Preis
2006-2007 TSOA Stipendium
2001 America-Israel Cultural Foundation Stipendium

http://shlomitlehavi.com/
facebook

Presse:
taz – die tageszeitung (16.4.2015)

 

Medienpartnerin:

 

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MIND THE GAP

Ausstellung

Elianna Renner

Vernissage: 21. November 2014, 19:00
Ausstellungsdauer: 22. November – 30. Januar 2015, Mi.-Sa. 16:00-19:00
“Tracking the Traffic“, 30. Januar 2015, 19:00
Präsentation eines interdisziplinären Projekts (Elianna Renner)

Käfer fressen sich durch alte Kolumnen jiddischer Zeitungen.
Oma bekommt Grüße aus der „Heimat“ und vergisst den Text ihres Lieblingsliedes.
Ein Warteraum eröffnet eine fiktiv-reale Erzählung.
Videoschnipsel erzählen Realitäten, mit denen man nicht gerechnet hat.
Ein Aktenvernichter frisst Geschichte(n) auf. Gras drüber.

Erinnerungslöcher. Gedächtnislücken. Leerstellen. Gestopft, verschoben auf Nebenschauplätze. Parallel geschaltet, in Verbindung gebracht, kontextualisiert.

Die Ausstellung MIND THE GAP der Schweizer Künstlerin Elianna Renner zeigt neue, noch nicht öffentlich präsentierte Arbeiten sowie ausgewählte Werke aus den letzten Jahren. In einer performativen Präsentation stellt Elianna Renner zudem ihr jüngstes interdisziplinäres Projekt „Tracking the Traffic“ vor. Thema sind die biographischen Spuren von jüdischen Frauen, die Ende des 19. Jahrhunderts von Menschenhändlerbanden als Prostituierte in die ganze Welt verschleppt wurden.
Ein Schwerpunkt von Renners künstlerischem Schaffen ist das (auto-)biografische Arbeiten. Im Mittelpunkt stehen dabei immer wieder Geschichten von Frauen, oft solche, die in den offiziellen Geschichtsschreibungen gar nicht oder nur am Rande auftauchen. Einen besonderen Aspekt bildet die Auseinandersetzung Renners mit der eigenen Familiengeschichte. Als während der NS-Zeit verfolgte Juden, überlebten viele Familienmitglieder den Holocaust nicht. Einige wenige, u. a. Renners Großmutter, konnten sich mit Hilfe des Roten Kreuzes in die Schweiz retten. Der Umgang mit Erinnerung, Gedenken und dem Erzählen darüber zieht sich als ein roter Faden durch die Arbeiten der Künstlerin.
In der audiovisuellen Installation „Ein Eintausendsechshundertfünfundachtzigstel“ (2010) nimmt sie das Wissen über die Deportation ihrer Großmutter von Budapest ins KZ Bergen-Belsen und ihre Rettung in die Schweiz als Ausgangspunkt, um die Geschichte, die sie nur sehr fragmentarisch aus Erzählungen kennt, ihrerseits weiterzuerzählen. Die Künstlerin überbringt ihrer Großmutter Gespräche, die sie mit ehemaligen NachbarInnen und BewohnerInnen des Budapester Stadtteils geführt hat, in dem die Großmutter einst lebte.
In einer für die Ausstellung neu entstehenden Arbeit, die sich auf „Ein Eintausendsechshundertfünfundachtzigstel“ bezieht, verhandelt die Künstlerin die Leerstelle, die der kürzliche Tod der Großmutter hinterlassen hat. Auch hier geht es um den Umgang mit Erinnerung und dem Versuch, eine künstlerische Erzählform für die Lücken, Leerstellen und Brüche einer Biographie zu finden.
(„Ein Eintausendsechshundertfünfundachtzigstel: Leerstellen“ (2014))
In der Audioinstallation „Wartezeit“ (2009) geht es ebenfalls um das fragmentierte, nicht-lineare Erzählen und Wiedergeben von Lebens- und Familiengeschichten. Fiktive Elemente werden mit autobiographischen verknüpft, womit die Künstlerin auf das Subjektive jeder Biographie(re-)konstruktion verweist.
„Astrolabium“ (2012) empfängt den/die BesucherIn mit leuchtenden Kästen, die an Modelle von Galaxien erinnern und von einer Audiospur begleitet werden.  Beim näheren Hinsehen lassen sich in den Kästen die Überreste eines Archivs mit jiddischen Zeitungskolumnen ausmachen, die eine Unzahl von Fressspuren aufweisen, welche von Holzwürmern über Jahre hinweg in das Archiv eingefräst wurden. Die Installation fokussiert die Löcher, die auf die Zerstörung in den Archiven der Geschichte verweisen. In Archiven werden Daten und Fakten gespeichert. Vielfach fehlen jedoch Erzählungen, Erinnerungen und Lebensgeschichten. Diese Löcher in den Archiven gilt es zu stopfen.
Die aktuelle Arbeit „Realities“ (2012-2014), ein work-in-progress-Projekt, ist eine Sammlung von Video-Portraits mit Frauen unterschiedlicher Generationen, denen die Künstlerin auf ihren Reisen in Litauen, Südafrika, Deutschland und den USA begegnet ist. Sie geben kurze bruchstückhafte Einblicke in den Alltag und die Lebenswelten der Protagonistinnen. In „Realities“ widmet sich die Künstlerin der Frage der Authentizität beim Erzählen der eigenen Geschichte durch die interviewten Personen. Diese wird unmittelbar gebrochen durch die ästhetische und inhaltliche Bearbeitung des Filmmaterials und legt erneut die Konstruktion der dokumentarischen Erzählung offen.
Aus dem Schlitz eines Aktenvernichters wächst Gras, dazu hört man leise, beruhigende Wellengeräusche. „o.T.“ (2014)  verweist darauf, wie manche Geschichte(n) und Ereignisse aus dem kulturellen Gedächtnis gelöscht werden – gewollt oder auch unbewusst.
Als bildende Künstlerin schafft Renner einen ästhetisch-visuellen Zugang zur Auseinandersetzung mit oral history und Geschichte. Dabei geht es ihr darum, Geschichte(n) als Konstruktionen wahrnehmbar werden zu lassen, die sich je nach ErzählerIn neu darstellen. Die künstlerische Perspektive und Umsetzung erlaubt ihr, anders als HistorikerInnen, eine assoziative und spielerische Annäherung an das, was sie selber als „Erinnerungslöcher“ bezeichnet. WissenschaftlerInnen sehen sich permanent mit der Frage konfrontiert, wie sie mit dem nie zu erfüllenden Wahrheitsanspruch von Geschichte umgehen können. Diesen Wahrheitsanspruch sucht die Künstlerin als illusorisch zu entlarven. In ihren Arbeiten imaginiert sie, setzt neu zusammen, verknüpft Fiktives mit „Realem“ und nutzt dazu eine Vielzahl künstlerischer Medien wie Film, Fotografie, Audio, Text, Skizzen und Installation.
Mit ihren Werken erinnert sie uns daran, dass nicht nur persönliche Erinnerungsprozesse zwangsläufig lückenhaft ablaufen, sondern dass auch das kulturelle Gedächtnis und die offizielle Geschichtsschreibung (un)vermeidliche Lücken produzieren, welche auf die Konstruktion von Geschichte(n) im Allgemeinen verweisen. Individuelles und kollektives Erinnern gehen ineinander über, und durch die Leerstellen der Geschichte(n) scheinen die Lichter des Vergessenen. Durch diese Löcher heißt es zu blicken: MIND THE GAP.

http://eliannarenner.com/
http://trackingthetraffic.org/
https://www.facebook.com/events/723745884369859/

Medienpartnerin:

 

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DisemBody

space installation by Moran Sanderovic

Opening: 2.10.2014, 7 P.M.
Exhibition: 3.10. – 31.10.2014, Wed.-Sat., 4-7 P.M.

A disputed land absorbs its people into one homogeneous mass of flesh.
A wounded and conflicted body, it struggles continuously with its inherent contradictions:
Living tissue wrestles with history’s gangrenous narratives,
Individual voices cry out against a collective chorus,
Victim and victimiser interlock,
Becoming one tense muscle spasm.

 

The body simultaneously seeks separation and unification.
Clinging to the ground, it tries to soar.
Even its movements are neither here nor there:
Are they produced by external forces acting on an inert body,
Or is it the body itself convulsing in a desperate attempt
To free itself from a cycle of violence so old
It might as well be automated?

Cinetic operator: Nicolas Guichard and Ysolt Kiss.
Foto: Raz Gluzmann.

moran.sanderovich.com

facebook/DisemBody

Bilder Vernissage + Ausstellung

 

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BIGASSO BABY

Video und Rauminstallation

annette hollywood

Vernissage/Opening: 30. Mai 2014, 19:00
Artist Talk: 28. Juni 2014, 17:00 (annette hollywood im Gespräch mit Michaela Wünsch (Kulturwissenschaftlerin))
Ausstellungsdauer: 31. Mai – 25. Juli 2014, Mi.-Sa. 16:00-19:00
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Die neueste Arbeit der Berliner Künstlerin annette hollywood ist eine offensive Antwort auf das Musikvideo Picasso Baby: A Performance Art Film des kommerziell erfolgreichen Rappers Jay-Z. Im Zentrum steht der „Answer Song“ Bigasso Baby, mit dem hollywood Jay-Zs Rap Picasso Baby im Battle-Stil angreift und direkt auf die von ihm heraufbeschworenen Ikonen von Reichtum und seine Vorstellung von Kunst als Statussymbol und Ware reagiert. annette hollywood antwortet ebenfalls mit einem Musikvideo, in dem sie sich, in eigener Hip Hop-Manier mit entsprechenden Symboliken, dem Kunstraum und Studio den Rücken zukehrend, in den Berliner Stadtraum begibt. Für das Video performt hollywood den Rap an Orten, an denen Kunst als Street Art oder anderen nicht-kommerziellen Präsentationen eine gegensätzliche Bedeutung gewinnt und zum ideellen Freiraum für Experiment und kritische Reflexion wird. In ihrem „Answer Song“ verhandelt hollywood das Spannungsfeld von Kunst zwischen Kommerzialisierung und Idealismus, inhaltsleerer Inszenierung und kritischer Intervention, Insignie von Reichtum und der realen Prekarität vieler Kunstschaffender, die häufig in Selbstausbeutung mündet, sowie als Feld ungleicher Zugangsbedingungen und von Ausschlüssen.

Das Video ist zentraler Bestandteil einer speziell für den Ort galerie futura in Berlin entwickelten Rauminstallation, die sich als eine Persiflage auf das White-Cube-Event in der PACE Gallery in New York versteht, mit dem sich Jay-Z im letzten Jahr in die marktorientierte Kunstszene einzuschreiben suchte. Jay-Z reagierte mit seiner Videoinszenierung auf die Performance The Artists Is Present von Marina Abramović im MoMA (New York) und kann als Hommage an Abramović`s Arbeit gelesen werden. hollywoods ironisches Aufgreifen der Insignien einer White-Cube-Kultur brechen mit eben dieser. Indem sie die einzelnen Details – etwa eine hochprofessionell produziertes Ausstellungsdisplay, ein überdimensioniertes Banner, Fotos mit Statussymbolen wie einer Luxuslimousine – aufgreift und re-interpretiert, macht sie den Ausstellungsbetrieb als Inszenierungsform sichtbar. Die Re-Interpretation dieser Elemente findet jedoch in kontrastierender DIY-Manier statt. Diese spiegelt zum einen die prekären Produktionsbedingungen wider, mit denen sich die Künstlerin immer wieder konfrontiert sieht und mit denen sie sich stets aufs Neue künstlerisch und selbstbewusst auseinandersetzen muss. Zum anderen können sich hier aber auch andere Handlungsspielräume öffnen, die eine marktorientierte Instrumentalisierung und Kommerzialisierung gezielt unterlaufen. Zugleich wird damit eine Haltung deutlich: gegen eine inhaltsleere, konsumzentrierte Ästhetik und Inszenierung und für eine kreative, reflektiert-engagierte Kunstproduktion, die trotz widriger Umstände einen Weg findet, sich mitzuteilen.

Ein weiteres Element der Inszenierung, ist ein goldener, sich über zwei Finger erstreckender Ring mit dem Schriftzug „Bigasso“, den hollywood auch in ihrem Video zentral in Szene setzt. Der Ring ist Teil von hollywoods Serie Artist Name Rings (work in progress). Er ist in Anlehnung an den bereits 2007 angefertigten Ring Pablo Bigasso entstanden und findet in der aktuellen Auseinandersetzung eine zugespitzte Neuverwertung.

In einer detektivisch anmutenden Rechercheecke als ein weiterer Teil der Rauminstallation werden Kontexte der Entstehung und Rezeption von Jay-Zs Performance Art Film untersucht und dessen Zusammenhänge aufgezeigt. Dabei werden auch die Schieflagen von Verwertung und Nutznießen markiert, wenn z. B. offengelegt wird, dass Jay-Z für seine Produktion frei aus dem Internet verfügbare „commons“ kommerziell verwendet.

Wie bereits in früheren Arbeiten der Künstlerin, die sich in spielerischer Weise Methoden des Hip Hop und der Popkultur zu eigen macht, werden in Bigasso Baby unhinterfragte sexistische Aussagen gedisst und mit der Forderung nach einer feministischeren Haltung konfrontiert. Zudem stehen erneut die Mechanismen des Kunstsystems, insbesondere das Zelebrieren der Kunstwelt als Starsystem und Lifestyle-Choice sowie ein marktzentriertes Verständnis von Kunst, im Fokus von hollywoods kritischer Hinterfragung. Ihre explizite Forderung lautet: faire, ausbeutungsfreie Bezahlung aller Kulturschaffenden, statt einer absurd anmutenden Überbezahlung weniger Akteur_innen gegenüber einer (selbst-)ausbeuterischen Unter- bis Nichtbezahlung der Mehrzahl. Damit wird der Kunstkontext auch als Synonym einer fortschreitend neoliberal gestalteten Arbeitswelt lesbar.

The latest work of Berlin artist annette hollywood is a direct answer to the music video Picasso Baby: A Performance Art Film by the commercially successful rapper Jay-Z. Central to this work is hollywood‘s „answer song“ Bigasso Baby, in which she, all battle-style, attacks Jay-Z’s Rap Picasso Baby. Here she reacts directly to the icons of wealth and the interpretation of art as a status symbol and commodity, evoked by Jay-Z’s video.annette hollywood also answers with a music video in which, using her own Hip Hop style with respective symbolics, she leaves the art space and the studio to enter the urban space. For the video, hollywood performs the rap at places at which art gains a completely different meaning, as street art or other non-commercial forms of representation, and becomes a free, idealistic space for experiment and critical reflection.The video is an essential part of a space installation in the Berlin based gallery galerie futura. hollywood simultaneously takes on and ironically deconstructs the icons of the white cube culture performed in Jay-Z’s art event in the PACE Gallery in New York last year, with which he attempted to access the market-orientated art community. His video enactment can be read as homage to the performance The Artists Is Present by Marina Abramovićat the MoMA (New York) in 2010. By using and re-interpreting specific details of Jay-Z’s highly polished performance and installation, such as a high end exhibition display, an oversized banner, photos with luxury cars and the like, hollywood focuses on the economy of the making of exhibitions itself as a means of a staging. However, this re-interpretation of those elements happens in a contrasting DIY-style. On the one hand it reflects the precarious working conditions of the artist and her way of continuously dealing with them, artistically and self-confident. On the other hand it has the potential to promote other options of agency that undermine a market-orientated instrumentalization and commercialization of artistic production. The message is: against an empty, consumption-orientated aesthetic and pro a reflected and engaged art. As in former works of the artist, who playfully adopts practices of Hip Hop and pop culture, in Bigasso Baby hollywood challenges unchallenged sexist statements. And again she critically questions the mechanisms of the art system, especially the celebrating of the art world as a star system and a lifestyle choice, as well as an understanding of art as orientated on the market. Her explicit demands are: a fair pay, free of exploitation, of all cultural workers, instead of an absurd overpay of a few players compared to a (self-)exploitative under- or non-pay of the majority. Hence, the art context becomes readable as a synonym of a proceedingly neoliberal working world.

All images © annette hollywood / VG Bildkunst

Auf facebook

www.annettehollywood.com/

Bilder Vernissage + Ausstellung

BIGASSO BABY@MissyOnline

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INCONTINENCE REVISITED

Rauminstallation

Anna González Suero und Sunjha Kim

Vernissage: 13. März 2014, 19:00 & Performance “INSIGHT SKIN” von Moran Sanderovich
Artist Talk: 19. April 2014, 17:00
Ausstellungsdauer: 14. März – 19. April 2014, Mi.-Sa. 16:00-19:00
Mit ihrer kollaborativen Rauminstallation „Incontinence Revisited“ konfrontieren die beiden Künstlerinnen Anna González Suero und Sunjha Kim massenmediale Körperbilder. Die Medien als Spiegel verstehend, in dem sich der und die Einzelne zu reflektieren hat, setzen sie den normativen Vorgaben eine Interpretation individueller, davon abweichender Körpererfahrungen entgegen. Ihre vielschichtige Rauminstallation, die sowohl inhaltlich als auch formal und ästhetisch Fragmente von Körpern rekomponiert, dekonstruiert in ihrer eigenwilligen Kombination Geschlechter-, Subjekt- und Wahrnehmungsgrenzen. Damit knüpfen sie an einen feministischen Diskurs an, der die Illusion eines natürlich-homogenen Körpers in Frage stellt.

Moran Sanderovich – Performance “INSIGHT SKIN”

“Insight skin” deals with the way trauma transforms a body, its behaviour and shape. This performance investigates the boundaries culture places on women, their sexuality and shape, thereby dictating what they may hide o reveal. “Insight skin” challenges the boundary between inside and outside and the implications of each. It discovers hidden layers inside the body that are thought to be repulsive and seeks to transform them into agents of new possibilities, while no longer treating the skin as a boundary. Within “Insight skin”, an alternative body is created, one in which the terms “disa! bility” and “imperfection” are irrelevant. A body, which naturally produces its own movements and way of being. The transformation undergone by the body in the course of the performance is an expression of surpressed interior conflicts and past encounters with reality. Through this transformation, a dialogue between different sides of the skin and a discourse of aesthetics is created. “Insight skin” turns the inside out and leaves nothing undiscovered.
Music: Inon Peres

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territories. beyond desire

Collage – Fotografie – Video – Installation – Text – Dokumentation

Verena Kyselka

Vernissage: 29. November 2013, 19:00
Musik: Hangduo (Afonso Ribeiro und Wolfgang Ohmer), Klanglandschaften

Ausstellungsdauer: 30. November – 19. Dezember 2013, Mi.-Sa. 16:00-19:00

Bilder Vernissage + Ausstellung

Woanders sein. Was gerät in den Blick, was bleibt unbeachtet? Was berührt uns und die eigene Geschichte? Und was ist eigentlich „das Andere“ woanders? Die Künstlerin Verena Kyselka, die als Akteurin einer kritischen, feministischen Performancegruppe in der DDR früh selbst die Erfahrung gemacht hat, in Form der Überwachung durch die Stasi dem fremden Blick und seiner Konstruktion ausgesetzt zu sein, begibt sich seit Jahren in unterschiedliche gesellschaftliche Kontexte – vornehmlich in solche, in denen die Folgen von Diktatur und Kolonialisierung noch deutlich spürbar sind. Sie fragt nach den Spuren, die die Erfahrung der Menschen mit diesen Regimes hinterlassen haben, und die womöglich noch heute deren Handeln, Denken und Fühlen sowie die Suche und Konstruktion von Identität (mit-)bestimmen. Ein besonderes Interesse gilt dabei immer wieder dem Verständnis von Geschlechterrollen und geschlechterbezogenen Ausgrenzungen, die nicht nur durch die jüngsten Vergangenheiten und die Gegenwart, sondern oftmals auch stark durch traditionelle Vorstellungen bestimmt sind. Die Künstlerin richtet den suchenden Blick auf die Geschichten, die vor ihrem inneren und äußeren Auge und dem ihrer Gesprächspartner_innen entstehen. Motiviert wird diese beständige Suche durch ihre eigenen Erfahrungen mit Repression und Fremdbestimmung sowie durch ein Begehren nach anderen Räumen. Doch das, was sie findet, ist meist ganz anders als erwartet und wird gleichzeitig anders durch die Fragen, die sie stellt. So wird sie zur (Mit-)Produzentin der von ihr (auf)gesuchten „Territorien“, manchmal auch zu der von fiktiven …

„Unter Territorium verstehe ich einen bestimmten Raum, der uns als Personen formt und in dem sich unser Tun widerspiegelt. Er beinhaltet persönliche Nuancen, die mit Geschichte, Natur, Politik, häuslichem Umfeld und Kindheit verbunden sind.“ (Verena Kyselka)

http://www.verena-kyselka.de

facebook

collage – photography – video – installation – text – documentation

Verena Kyselka
Opening: Friday, 29.11.2013, 19:00

Exhibition: 30.11.-19.12.2013, Wed.-Sat. 16:00-19:00

Being at other places. What catches the eye? What remains unseen? The artist Verena Kyselka has experiences of being the object of scrutiny: As part of a feminist performance group in the GDR she was subjected to the surveilliance by the Stasi. Today the artist visits different societies, countries and places, mostly those where the aftermath of dictatorship and colonialism is still present. She inquires about the aftereffects of those regimes. Her search is motivated by her own experiences of repression as well as by her desire for alternative spaces. However, whatever she finds is always beyond desire, is always different to what she expected, while at the same time modified by the questions she asks. Thus she becomes a co-producer of those found and sometimes fictional territories.

http://www.verena-kyselka.de

facebook

 

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Beyond Fashion

Fotoausstellung
Susanne A. Friedel

Vernissage: 5. Juli 2013, 19:00
Veranstaltungsreihe “fashion x – genderkritische Perspektiven auf Kleidung und Mode” : 3.Juli.-13.Juli.2013
Ausstellungsdauer: 5. Juli – 20.  Juli 2013, Mi.-Sa. 16:00-19:00

"beyond fashion VI", Susanne A. Friedel

Über 90% aller in Deutschland verkauften Textilien werden importiert. Auch H&M, Mango, New Yorker und Zara lassen ihre Kollektionen in Ländern wie China, Bangladesch, Indien, Kambodscha, Marokko und der Türkei fertigen. Mindestlöhne, die nicht zum Leben reichen, sind dabei nur ein Teil der massiven Arbeits- und Menschenrechtsverletzungen, denen die vornehmlich weiblichen Arbeiterinnen in den Textil-Fabriken ausgeliefert sind. Die Arbeit „beyond fashion“ thematisiert die Schattenseiten der globalisierten Mode-Industrie. Dazu wurden verschiedene Kleidungsstücke der genannten Unternehmen im Stil klassischer Fashion-Shootings inszeniert. Zitate von Arbeiterinnen über die Arbeitsbedingungen in diesen Fabriken bestimmten die jeweilige fotografische Inszenierung. In Anlehnung an die von diesen Firmen verwendete Werbe-Ästhetik zielt die Arbeit darauf, den/die Betrachter/in als Konsument/in der „beworbenen“ Kleidung anzusprechen und gleichzeitig jenen eine Stimme zu verschaffen, die den wahren Preis im heutigen „Fast Fashion-Business“ bezahlen. (Susanne A. Friedel)

Over 90% of the clothes in German fashion stores are imported. Retailers such as H&M, Mango, New Yorker and Zara produce their collections in countries like China, Bangladesh, India, Cambodia, Morocco and Turkey. Minimum wages, which are not enough to make a living from, are just one dimension of the massive violations of workers’ and human rights in the factories producing the garments. It is mostly young women who are facing them. “beyond fashion” thematizes the dark side of the globalised fashion industry. Woman workers’ own words on the labour conditions in these factories were used to inspire the staging of different garments produced by those named brands. Imitating the companies’ advertising imagery, the work aims to address the viewer as a consumer of these items and to shed light on those who are paying the price in the global “Fast Fashion”-business. (Susanne A. Friedel)

 

 

 

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Ausstellung Anfang-Ende-Hier-Jetzt von Gisela Weimann
Vernissage 26.4., 27.4.-24.5.2013, Kunsthalle Brennabor

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Suppose An Eyes

Internationale Wanderausstellung

Mit Lady Lucy, Jacqueline Utley und Flora Whiteley

Vernissage: 10. Mai 2013, 18:00-21:00
Veranstaltung: 25. Mai 2013, 16:00-22:00
Ausstellungsdauer: 11. Mai – 14. Juni 2013, Mi-Sa. 16:00-19:00

Bilder Vernissage + Ausstellung

Die Ausstellung wandert im Anschluss in die Transition Gallery, London (20. Juli – 11. August 2013) und Vane, Newcastle (19. September – 26. Oktober 2013).

Lady Lucy; Still aus „The Price is Marked inside the Book“, digitale Diashow; 2012/2013.

Der Titel Suppose An Eyes ist dem modernen, abstrakten Text von Gertrude Stein, Tender Buttons (1914), entlehnt. Die gemeinsame Lektüre des Textes bildete den Auslöser für das Projekt. Während der Text sich seinem 100. Geburtstag nähert überprüfen die drei Künstlerinnen seine Relevanz für zeitgenössische künstlerische Praktiken. Sie nutzen ihn als Basis für Diskussionen und ziehen Querverweise von Steins textlichen Abstraktionen zu ihren eigenen Praktiken.

Lady Lucy überführt ihre Faszination für gesammelte Druckerzeugnisse in eine neue Dimension: Sie wirft einen intensiven Blick auf die Quellen ihrer Dokumentation The Price is Marked inside the Book, die in Form einer Diashow das letzte Jahr eines Bücherantiquariats dokumentiert. Ihre jüngeren Bilder und Zeichnungen implementieren Überlagerungen und gedoppelte Bildreferenzen als eine Art ‘Kampf der Bilder’ (‘battle of imagery’). Jacqueline Utley verwendet Collage und Wasserfarbe als Basis ihrer neuen Serie von kleinformatigen Ölgemälden, die sowohl die Komposition als auch deren Beurteilung verunsichert. Für die Untersuchung möglicher Gegenerzählungen verwendet sie Ausstattungskataloge für Innenräume sowie Beobachtungen von alltäglichen, vorgefundenen Stillleben in Form von Objekten, Ornamenten und Blumen. Flora Whiteley setzt sich mit Steins Verwendung ihrer häuslichen Umgebung als Bausteine für ihr abstraktes Schreiben auseinander. Whiteley überträgt diesen Ansatz auf ihre Gemälde. Sie zeichnet auf unterschiedliche Bilder von Innenräumen und Sammlungen, wobei sie ihre eigenen Gemälde als ‘Hintergrund’ und ‘Requisiten’ einsetzt. Somit erkundet sie, wie Objekte im Raum eine Art offenen, ‘abstrakten’ Dialog miteinander und mit dem Publikum eingehen.

Events
Im Rahmen der Ausstellung Suppose An Eyes wird in Kooperation mit Künstler_innen, Autor_innen und Theoretiker_innen aus den jeweiligen Städten ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm realisiert.

Samstag, 25. Mai, 18-22 Uhr (alpha nova-kulturwerkstatt & galerie futura (Berlin))
Die Veranstaltung setzt sich in Form von Workshops, Performances, Lesungen, Musik und einer kollektiven Kantine mit den drei Kapiteln “Objekte”, “Räume” und “Essen” aus Tender Buttons auseinander.
Teilnehmer_innen u.a.: Stefan Endewardt und Christopher Rollen. ‘Die Zorn’ – Künstler / Sound Projekt; Kollektivmaschine (Ursula Döbereiner, Dirk Krecker and Thomas Rehnert) – Künstlerin / Sound Projekt – artists / sound project; Tim Greaves – Künstler; Emma Williams – Architektin; Susie Green – Künstlerin; Gill Addison – Filmemacher/ Künstler und Theoretiker; sowie weiteren Gästen tba

Freitag 26. Juli, 13-17 Uhr (Chelsea College of Art and Design, 16 John Islip Street, London, SW1P 4JU)
Suppose a Salon /Symposium (nach Tender Buttons 1914)
Mit einem Fokus auf Gertrude Steins Schriften präsentiert der Salon/Symposium sowohl praktische Arbeiten als auch Gespräche in Form von Performances, Kunstfilmen, Aufnahmen und Vorträgen von Künstler_innen, Theoretiker_innen und Kurator_innen. Die Veranstaltung zielt auf eine offene Diskussion. Teilnehmer_innen: Nicky Hodge- Künstler, ehemalig Hg. von Make magazine; Debbie Booth- Künstlerin; Gill Addison – Filmemacher/ Künstler und Theoretiker; Isabelle Parkinson – Researcher / Autor; Laura Mansfield – (FEAST) Autorin / Kuratorin; Rosie Cooper- zurzeit Projektkuratorin, Liverpool Biennial; Michal William- (Hand to Mouth) wird originale Aufnahmen einer Lesung von Gertrude Stein präsentieren.

Samstag 5. Oktober, 14-17 Uhr (Vane First Floor, Commercial Union House, 39 Pilgrim Street, Newcastle upon Tyne, NE1 6QE)
Salon mit Lady Lucy, Jacqueline Utley, Flora Whiteley und Susie Green.

In Zusammenarbeit mit der in Berlin lebenden Grafikdesignerin Annette Knol wurde eine die Wanderausstellung begleitende Publikation erstellt. Die Publikation wird am 10. Mai in der alpha nova-kulturwerkstatt & galerie futura in Berlin und am 19. Juli in der Transition Gallery in London lanciert.

http://supposeaneyes.tumblr.com

Biographien der Künstlerinnen
Jacqueline Utley Gruppenausstellungen (Auswahl): Stardust Boogie Woogie, Monika Bobinska, (2010), Prognostic Bridewell, APT Gallery (2010). Sie war eine der Ausstellungsfinalist_innen vom fringemk painting prize, Milton Keynes (2009). Ihre Arbeit war Teil der Gruppenausstellung BLANK PROMISCUITY als Teil von Deptford X (2012).

Flora Whiteley Aktivitäten (Auswahl): Better Place Portraiture: Phantasmagora, aufgeführt mit Darren Banks im Barbican (2010); The Nail. The Colours, The Mast, co-kuratiert mit Tim Greaves und Christopher Rollen, The Kotti-Shop, Berlin (2012) und Luminous Language im Launch 18, New York (2013).

Lucy Woollett aka Lady Lucy Projekte und Ausstellungen (Auswahl): The Court Portraits, Spacex, Exeter (2010), The Whitechapel Gallery Staff Portrait Studio (2011), Volunteers, Festival des Britain Southbank Centre (2011), Idle Worship – The Centre for Recent Drawing, London (2012).

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Chicks on Comics

Comic-Ausstellung

Mit Anna BB (NL), Carochinaski (AR), Clara Lagos (AR), Delius (AR), Lillie Loge (DE),
Maartje (NL), Powerpaola (EC), Sole Otero (AR), Ulla Loge (DE) + Guest Chicks

chicksoncomics.blogspot.de
www.alpha-nova-kulturwerkstatt.de/programm/galerie/
Chicks on Comics Ausstellung auf facebook

 

Eröffnungsparty: 14. März 2013 um 20:00 mit DJane Bianca Kruk

Artists Talk: 16. März 2013, 14:00

Ausstellungsdauer: 15. März – 26. April 2013, Mi.-Sa. 16:00-19:00

 Bilder Vernissage, Ausstellung + Artist Talk / pictures opening & artist talk

Die Sucht nach Comics brachte die neun Comic-Künstlerinnen, die unter dem Namen Chicks on Comics ihr transatlantisches Kollektiv-Blog betreiben, 2008 zusammen. Und der Wunsch, „to gang up“ mit anderen Frauen. Frauen, die eben jene Sucht nach Comics teilen. Längst sind Frauen aus der Comicszene nicht mehr wegzudenken. Gerade in der jungen Generation sind Frauen sehr präsent. Das Klischee und die Atmosphäre einer männlichen Domäne hält sich allerdings hartnäckig. Da erweist sich ein Comic-Kollektiv, das allein aus Frauen besteht, durchaus als etwas besonderes.

Aber es ist ja nicht nur die Tatsache, dass diese Künstlerinnen zusammenarbeiten, sondern vor allem auch, wie sie zusammen arbeiten. Es ist die Form der Kollaboration, die interessiert. Chicks on Comics ist ein Kollektiv-Blog. Jede Woche bloggt eine der Künstlerinnen einen Comic, auf den eine andere Künstlerin in der nächsten Woche mit einem neuen Comic reagiert. So entsteht im kollektiven Prozess ein Stream an Erzählungen von Alltäglichem, Philosophischem, Erlebten und Reflektiertem. Dieser Erzählfluss ist geprägt durch eine ahierarchische Struktur und das kontinuierliche Aufeinander-Eingehen der Autorinnen. So ist das Blog Chicks on Comics mehr als aber auch ein Tagebuch. Es entsteht ein Dialog durch die Zusammenführung unterschiedlicher Perspektiven, die zu einem neuen roten Faden gesponnen werden. Dieser Arbeitsprozess lässt zwar die einzelne Autorin mit ihrer individuellen Handschrift in Erscheinung treten, in der Gesamtheit jedoch entsteht eine Art Kollektiv-Autorin. Und diese Kollektiv-Autorin setzt den immer noch stark männlich repräsentierten Comicszenen ein klares Statement entgegen: andere Formen der Öffentlichkeit. Dabei geht es um Empowerment, darum, Frauen in der Comicszene miteinander zu vernetzen und als Vorbilder besonders junge Comic-Künstlerinnen zu ermutigen, sich ihre Räume selbst zu schaffen und zu gestalten. Und was bietet sich dazu besser an als das Medium des Blogs? Seit einigen Jahren sind Frauen als Bloggerinnen im Vormarsch. Ob einzeln oder kollektiv erobern sie sich das Medium als eine Form der Öffentlichkeit, die auf einem dialogischen Prinzip basiert. Dass es dabei sehr kreative Möglichkeiten des Umgangs gibt, die insbesondere kollaborative Arbeitszusammenhänge begünstigen, dafür sind Chicks on Comics das beste Beispiel.

In der Form ihres kreativen Austauschs und kollektiven Gestaltens findet sich nicht nur ein basisdemokratischer Ansatz, sondern auch ein feministischer Grundgedanke. Nicht jede Künstlerin der Chicks on Comics identifiziert sich allerdings mit diesem Label. Die Frauen kommen aus unterschiedlichen Erfahrungshintergründen, was ihre Haltung und Definition von Feminismus mit beeinflusst. Der durch diese divergierenden Positionen bedingte spannende Reibungspunkt wird zu einem zentralen Diskussionsthema beim Künstlerinnengespräch, das im Rahmen der Chicks on Comics Ausstellung in der alpha nova-kulturwerkstatt & galerie futura stattfindet.

Und welche Themen verhandeln die Künstlerinnen in ihren Comic-Posts? Es sind vor allem die ganz alltäglichen Geschichten und Erfahrungen, aber auch Utopien, Phantasien und Wünsche der Zeichnerinnen, die hier ihren Ausdruck finden und die zu einem Identifikationsraum werden, auch für die Leserinnen. Da geht es um die entgrenzte Arbeits- und prekäre Lebenssituation als Comiczeichnerin, um Geschlechterrollen in der Familie, um homosexuelle Erfahrungen oder um die Bedeutung von „Freiheit“ für die Einzelne. Und es kommen dann auch Themen vor, die man im sonst männlich besetzten Comicfeld vergeblich sucht – Regelschmerzen etwa.

In ihrer Ausstellung in der alpha nova-kulturwerkstatt & galerie futura verlassen die Chicks on Comics den digitalen Raum und begeben sich in den Kunstraum. Hier lernen sie sich das erste Mal in fünf Jahren live kennen. Anlass genug, in einem Künstlerinnengespräch die unterschiedlichen Perspektiven der Frauen auf ihre kollaborative Zusammenarbeit als feministische Praxis und auf ihre Erfahrungen als Künstlerinnen in den unterschiedlichen Comicszenen Europas und Südamerikas zusammen zu diskutieren.

In der 6-wöchigen Ausstellung kehren die Comiczeichnerinnen dem von ihnen sonst praktizierten autobiographischen Dialog den Rücken und betreten Neuland. Sie kündigen an, dass sie, „die immer alles in der Öffentlichkeit bequatschen, diesmal ‚Stille Post‘ spielen und die, die am liebsten ihre autobiographischen Notizen von sich geben, sich nun an Genre-Comics wagen. Es gibt neue Fanzines und Gastbeiträge von guest chicks und cocks aus Argentinien, Chile, Uruguay, Peru, Brasilien, Mexiko, USA, Großbritannien und Deutschland!“ (Chicks on Comics 2013)

Superheld_innengeschichten, Krimi oder Politdrama: Das dürfte spannend werden! Auch, weil sich unter den über 20 Gastbeitragenden erstmalig einige Männer tummeln, die auf das von den Chicks vorgegebene Thema „Frühling und Feminismus“ zeichnerisch reagieren. Ob da wieder alte Klischees bedient werden oder wir die mittlerweile gesellschaftlich abhaken können dürfte spätestens am 14. März zur Eröffnung gelüftet werden.

Guests:
Daniela Kantor (AR), Agustina Guerrero (AR), Silvia Lenardón (AR), María Luque (AR), Maco (UY), Gervasio Troche (UY), David Galliquio (PE), Amadeo Gonzáles (PE), Renso Gonzáles (PE),
Tinet Elmgren (DE, from SE), Inés Estrada (MX), Fabiane Chiquinha (BR), Cynthia B. (BR), Mala Imagen (CL), Ana Galván (ES), Ellen Lindner (USA), Tobias Tak (UK based, Dutch), Jasmine Greenhill (UK), Tanya Meditzky (UK), Katharina Greve (DE), Lilian Mousli (DE), Ulli Lust (DE), Franziska Schaum (DE), Elke R. Steiner (DE), Maki Schimizu (J/DE), Richard Cowdry (DE, from UK), Franziska Junior (DE), Victoria Lomasko (Russia), Caro Wedekind (DE), Julia Homersham (UK), Ernán Cirianni (AR), Francoise Cactus (FR), Nora Below (DE, from SE), Lorena Alvarez (MX), Mónica Naranjo Uribe (CO), Paem (DE), et al.

 

 

Medienpartnerin

 

 

 

Pressestimmen

Tagsspiegel

Missy Magazin

Comic Report

RBB Radio Kultur

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entwoder

Installation
Dorothea Nold

Dorothea Nold; Kontingenz, I; Collage; 2013

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Würde Geschichtsschreibung nicht immer erst später passieren, wären bevorstehende Momente wie der sich anbahnende schon jetzt als historisch zu bezeichnen. Wie kann man Erinnerungen und Urteile in Richtungen ziehen, die dem Gegenüber den Raum nehmen?
Die meinungsbildende Deutungsmacht dürfen ausnahmsweise die anwesenden Zeitgenoss_innen übernehmen. Nicht nur weil die Bretterwand instabiler zu sein scheint als andere Mauern dieser Stadt.
Denkweisen nicht nur abspulen, Meinungsunterschiede verschieben, Grenzen verziehen und verbiegen, Positionswechsel erzwingen und Abgrenzungen zurechtrücken, dazu haben wir doch alle hohe Erwartungen. Der Frühling steht bevor. Unbehandeltes Holz verrottet leichter. Auch diese Apparate sind nur Modelle!

Eröffnung: 26. Januar 2013, 19 Uhr
Ausstellung: 27. Jan. – 28. Feb.,  Mi-Sa 16-19 Uhr

Bilder Vernissage + Ausstellung

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Laughing Inverts

Fotografien/ Buchpräsentation

Lena Rosa Händle

«Das Lachen spricht die nichtoffizielle Wahrheit, und diese ist in einem System, das sich über Differenzierung, Oppositionierung und Hierarchisierung stabilisiert, die von ihm mitproduzierte, jedoch verheimlichte Ambivalenz der Dinge. Lachen hält sich an den Rändern und Grenzen eines gesellschaftlichen Machtapparates auf, indem es das aus ihm Ausgeschlossene und Tabuisierte wieder einführt»
Linda Hentschel

Eröffnung: 03. November 19 Uhr
Ausstellung: 04. Nov. – 15. Dez.,  Mi-Sa 16-19 Uhr

 

Mi, 7. / Do, 8. / Fr, 9. / Sa, 10. Nov. jeweils um 19.30 Uhr
Oi Δaímonen / Die Daimonen. An aleatory and participatory performance art show
questioning identity, humour, intimacy, body and politics : a random choice of shows to be picked by a participative audience
by and with Boris Azemar, Llaima Sanfiorenzo, Prince William Morris, Mariachiara Barbieri (members of Art Hung)

 Bilder Vernissage + Ausstellung

 

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DOUBLE BLIND

Fotografie / Text / Buchpräsentation
Marion Denis

Die künstlerische Arbeit ‘double blind’ von Marion Denis ist eine Untersuchung des Ursprungs von Wissen im biologisch-medizinischen Bereich. Es wird ein genauer Blick geworfen auf die naturwissenschaftlichen Prozesse, die sich mit dem chromosomalen Geschlecht beschäftigen. Am meisten interessiert dabei die Herstellung von wissenschaftlichen Tatsachen und die Wirkmacht von Normierungen. Mit welcher Methode soll das biologische Geschlecht erkannt und festgelegt werden? Wie und womit nehmen Forschende wahr? Wie produzieren sie ihre Bilder?
`double blind´ besteht aus sw-Bildern, die von der Laborleiterin eines humangenetischen Labors fotografiert wurden, nach der Aufforderung, für ihre Arbeit wichtige Dinge abzulichten. Außerdem gibt es color-Fotografien, aufgenommen von der Künstlerin, die die Erstellung einer Chromosomendarstellung im Labor verfolgen. Einen weiteren Teil der Arbeit bildet ein Gespräch zwischen Marion Denis und der leitenden Biologin um Erkenntnissuche und Laborerfahrungen. In Bildern und im Gespräch finden sich der künstlerische und der wissenschaftliche Blick wieder.

Eröffnung: 15. September 19:30
Ausstellung: 16. Sept. – 20. Okt. 2012, Mi-Sa 16-19 Uhr

Sa, 6. Okt. 19:30 „Making Sex“ – zur Herstellung biologischen Geschlechts, Vortrag von Heinz-Jürgen Voß mit anschließendem Gespräch

Mi, 10. Okt. 19:30 ‘like rats leaving a sinking ship’, Film von Vika Kirchenbauer

Das Projekt und die Publikation wurden gefördert durch die Kunststiftung NRW.

Bilder Vernissage + Ausstellung


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LINE

Performance / Ausstellung
Lerato Shadi (ZA)

Mit einem Bleistift schreibt sich die Künstlerin Lerato Shadi in die weißen Wände der Galerie ein, am Folgetag die Spuren des Vortages ausradierend, ohne dabei je vollständig erfolgreich zu sein. Bereits in früheren Arbeiten setzte sich Shadi mit den Themen An- und Abwesenheit, Subjekt und Objekt und deren Transformation durch Performance auseinander. Daran knüpft die viertägige Performance an, die in der Eröffnung der Ausstellung kulminiert, während der die Künstlerin die letzten Ausradierungen unternimmt. Was bleibt sind Spuren des Ereignisses, die unvollständigen Ausradierungen und subtilen Hinweise auf die vergangenen Vorgänge der Performance. Die Flüchtigkeit der Arbeit korrespondiert mit den persönlichen Wegen der Künstlerin und fordert die Vorstellung von der Beständigkeit des Kunstobjekts heraus, welches sich in ‘Line’ den Besucher_innen in Form von Residuen von Einschreibungsprozessen präsentiert.

The prevailing theme in my current body of work deals with absence and presence, subject and object and their transformation through performance. I use elements such as concentration, breath, tension and duration to reflect this research in my oeuvre. Knitting, installation, video and sound are some of the mediums I have used to record my current investigations. My new performance brings these concerns to the fore – involving a long strip of blank wall, and a step of the same length. The performance is a four day performance. For two alternating days, I will painstakingly write along the length of the wall using a charcoal pencil. The second and fourth days will be days of erasure in which I seek to rub out, but never completely successfully, the markings made the days before. What remains to be seen by the exhibition visitor will be traces of the event, imperfect erasures and subtle suggestions of what happened during the performance. The elusive nature of the work is entirely in keeping with both my personal trajectory, and in seeking to challenge the permanence of the art object. (Lerato Shadi)

Eröffnung: 30. Juni 19:30
Ausstellung: 01. Juli – 28. Juli 2012, Mi-Sa 16-19 Uhr

LINE auf facebook

Bilder Vernissage, Performance + Ausstellung

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T.W.B.T.C.

To Whom Belongs The City | Wem gehört die Stadt

16-Kanal-Videoinstallation, 480 Minuten (total), 2011
Erik Dettwiler

«T.W.B.T.C.» verdichtet fünfundzwanzig Videointerviews mit Frauen aus den Städten Rom, Bukarest, Berlin und Basel, Genf, Lausanne, Zürich. Als Treffpunkt wählten sie
jeweils einen bestimmten Ort in ihrer Stadt aus, dessen Beschreibung und Bedeutung den Ausgangspunkt für die Interviews bilden. Ihre persönlichen Betrachtungen skizzieren
einen  facettenreichen Blick auf die jeweilige Stadt. Wie unterscheiden sich diese Metropolen in einem Europa der ‚gemeinsamen‘ Grenzen, welche Berührungspunkte sind zu beobachten?
Städte sind immer von sehr heterogenen Menschengruppen bewohnt, die die urbanen Räume ihrerseits mitgestalten. Die Stadt kann somit als eigentlicher Ort verstanden werden, an dem Demokratie überhaupt erst entstehen kann. Doch wieviel Entscheidungsgewalt etwa von Frauen ist architektonisch und politisch sichtbar? «T.W.B.T.C.» fragt nach der heutigen Bedeutung von feministischen Praktiken und anderen Formen der Solidarität, die beispielsweise kulturelle Grenzen herausfordern und dekonstruieren, sodass herkömmliche Bilder von Stadt und Vorstellungen von Zivilgesellschaft unter Druck geraten und kontinuierlich hinterfragt werden.

Eröffnung: 27. April 19:30
Ausstellung: 28. April – 06. Juni 2012, Mi-Sa 16-19 Uhr

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Bilder Vernissage + Ausstellung

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Von Rosen, Nelken, Netzen

Künstlerische Statements zum Weltfrauentag

Installation – Poetische Objekte – Zeichnung – Video – Foto – Sounds

Birgit Cauer, Cristian Forte, Lydia Hamann / Kaj Osteroth, Sandra Haselsteiner, Katja von Helldorf, Bettina Hohorst / Tina Kiel / Mayan Printz, Roland Ibold, Sara Ka Ka, Annette Knol, Monika Ortmann

Rosen symbolisieren nicht nur Liebe, sondern stehen auch als Symbol für die Kämpfe streikender Textilarbeiterinnen zu Beginn des 20 Jh., die die Anfänge der Frauenbewegung markieren. Nelken wurden zum Sinnbild der „gelösten Frauenfrage“ in der DDR. Netze können zukunftsweisend sein, um aus der Differenz verschiedener Lebensentwürfe heraus gemeinsam Forderungen zu artikulieren und emanzipative Kräfte zu bündeln gegen Ungleichheitsverhältnisse und für ein selbstbestimmtes Leben aller. Dies sind nur einige Facetten des Nachdenkens über den Weltfrauentag, der auch die Frage aufwirft: Wer ist eigentlich das Subjekt des 8. März? galerie futura schließt sich der Diskussion über die Wiederaneignung des Tages an und fragt darin nach den Potentialen der Kunst. In Installationen, Objekten, Zeichnungen, Foto, Video und in Interviews setzen sich die Künstler_innen auf kritische, ernste, ironische, lustvolle, verspielte und bisweilen kämpferische Weise mit der heutigen Bedeutung des Weltfrauentags auseinander.

Eröffnung: 08. März ab 19:30 (Performance mit Sara Ka Ka, Musik mit DJ_anes turbo diesel & egotrya)
Ausstellung: 09. März – 20. April 2012, Mi-Sa 16-19 Uhr

Bilder Vernissage + Ausstellung