Beratung (Konzeptentwicklung und Antragsstellung) für Frauen aller künstlerischen Bereiche:
 Jeden Donnerstag 16:30 – 18:30 Uhr und nach Vereinbarung. / Coaching and support in conceptional work and application for women from all artistic fields: Thursdays 4:30 – 6:30 P.M. and on appointment.

ROUND TABLE-Gespräche für Kulturproduzentinnen: Jeden 2. Monat lädt die alpha nova-kulturwerkstatt Frauen aus künstlerischen und kulturproduzierenden Bereichen zum Treffen für inhaltlichen Austausch, Vernetzung, Coaching, Fortbildung und interdisziplinäre Zusammenarbeit ein. Unter bestimmten Schwerpunkten werden dazu wechselnde Expertinnen aus Kultur, Wirtschaft, Politik und Bildung eingeladen. Für Termine checkt bitte regelmäßig unsere Homepage unter AKTUELL.

Feministische Räume in Kunst und Politik. Ein generationsübergreifendes Gespräch

Donnerstag, den 25.8.2016, 19:00

im Projektraum Kunstquartier Bethanien
Mariannenplatz 2, 10997 Berlin

Podiumsgespräch mit:

Sharon Adler, Gründerin und Herausgeberin von AVIVA-Berlin – Online Magazin für Frauen, Fotografin, Vorstandsvorsitzende der Stiftung ZURÜCKGEBEN – Förderung jüdischer Frauen in Kunst und Wissenschaft

Madeleine Bernstorff, Filmkuratorin, Filmemacherin, Autorin, Dozentin

Teena Lange, Kuratorin für Performance Kunst, Künstlerische Leiterin Grüntaler9, Mitglied im Rat für die Künste

Sandrine Micossé-Aikins, Kuratorin, Kunstwissenschaftlerin, Aktivistin, Kuratorin, Kunstwissenschaftlerin, Aktivistin, Geschäftsleitung Kubinaut – Berliner Projektfonds kulturelle Bildung

Moderatorin: Dr. Marie-Anne Kohl (Universität Bayreuth, Co-Leiterin alpha nova & galerie futura 2012-2015)

Hommage an Gulabi Gang, Anna S. von Holleben, Welcome to Futuristan, 2016

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In dem intergenerativen Gespräch soll der Frage nachgegangen werden, wie feministische Fragestellungen und Positionierungen für künstlerisches Arbeiten an Gesellschafts-, Lebens- oder Subjektentwürfen produktiv gemacht werden konnten, es zukünftig können und welche (Re)präsentationsräume dafür geschaffen werden müssen. Feministisches Kunstproduzieren steht seit jeher in enger Verknüpfung mit politischer Positionierung. Die vornehmlichen Auseinandersetzungen mit Körper, Sexualität, Identität und weiblicher Erfahrung der 1970er Jahre haben sich diversifiziert und neue Inhalte sind dazugekommen. Gegenwärtig stehen oft Fragen nach dem Zusammenwirken verschiedener Identitätsmerkmale und nach Repräsentationspraxen zur Debatte, aber auch nach Erfahrungen von Ungleichheit, Ausschlüssen und die Reflexion von machtvollen Strukturen, deren Teil jede_r einzelne ist. Im Panel möchten wir verschiedene Perspektiven diskutieren, die heutige und zukünftige  Selbstverständnisse und Motivationen feministischer Kunstproduktionen hinsichtlich ihrer Inhalte, Sichtbarkeiten und Bedingungen thematisieren. Gibt es angesichts tiefgreifender globaler Krisen vermehrt das Bedürfnis, sich zum Weltgeschehen zu positionieren? Was könnte feministische Verortung in dieser Hinsicht ausmachen und wo finden Feminismen ihre identitätsstiftenden Fragen über die Themenkreise der Geschlechteridentitäten und Geschlechtergerechtigkeit hinaus? Welche unterschiedlichen Möglichkeiten für feministische Fragestellungen in der Kunst bietet die Kooperation mit institutionellen, mit kommerziellen Orten oder Räumen der freien Szene, welche virtuelle Plattformen mit einschließen? Die Frage nach (Re)präsentationsformen und -orten bedarf auch einer kritischen Auseinandersetzung damit, wer die Akteur_innen der jeweiligen Räume sind und welche unterschiedlichen Privilegien und Ressourcen sie haben.

In Kooperation mit dem Kunstraum Kreuzberg/Bethanien

Veranstaltung auf FACEBOOK

Das Podiumsgespräch ist Teil des Rahmenprogramms von WELCOME TO FUTURISTAN. 30 Jahre galerie futura

Meerjungfrau, Cyborg, Hydra, Hexe und …?

Feministische Manifeste und ihre Identifikationsfiguren. Eine Einladung zur utopischen Spekulation

Performance -Workshop, Sonntag, den 14.8.2016, 15:00-18:00

Felicita Reuschling mit ninotschka in Kooperation mit v.a.m.p.s. und Joel Vogel

 

 

In dem Workshop wollen wir angeregt von Figuren aus Manifesten und feministischen Gegen-Erzählungen einen affektiven und kreativ-performativen Zugang zur Thematik der utopischen Spekulation ermöglichen. Anhand von ambivalenten symbolischen Figuren wie Meerjungfrau, Cyborg, Hexe, Hydra oder Gorilla, die historisch und je nach Perspektive immer wieder anders gedeutet wurden, wollen wir Herausforderungen und Potentiale für die Gegenwart von feministischen Utopien ausloten.
Der Workshop ist eine Einladung zur gemeinsamen Performance und Reflexion der eigenen Erfahrungen, zu dem wir einen Fundus für die Ausgestaltung der Figuren zur Verfügung stellen.

Die Veranstaltung im Rahmen der Reihe Feministische Manifeste setzt thematisch „Feminist Stories – Strategien der Wieder/Aneignung“ (Felicita Reuschling 2015) fort, indem sie die gegenwärtigen Motivationen für eine Aktualisierung feministischer Theorie und künstlerischer Praxis seit 1968 im intergenerationellen Dialog erforschen.

Veranstaltung bei FACEBOOK

Bild: Laura Maikowski

Welcome to Futuristan. 30 Jahre galerie futura

Erlebbares Archiv 18.5. – 30.7.2016, Do. 13-19 Uhr, Fr.-SA. 16-19 Uhr + Rahmenprogramm

Ausstellung Welcome to Futuristan im Kunstquartier Bethanien 6.8.-27.8.2016, täglich 14-19 Uhr + Rahmenprogramm

GESAMTPROGRAMM

Strategisches Frühstück für Kulturarbeiter*innen

Posterlaunch der AG Arbeit am Sonntag 26.6.2016 von 11 – 14 Uhr

Das Poster der AG Arbeit beschäftigt sich mit den Ausschlüssen und Ungleichheiten, die das Kunstfeld prägen und thematisiert die prekären Arbeitsbedingungen von Kulturarbeiter*innen in dieser Stadt. Wir nutzen das gemeinsame Frühstück um uns zu einzelnen Schwerpunkten des Posters auszutauschen, in Kleingruppen weiterzuarbeiten und uns mit euch zu vernetzen.
Bitte bringt eine Kleinigkeit für das gemeinsame Frühstück mit.

Die AG Arbeit ist Tatjana Fell, Alice Münch, Inga Zimprich, Moira Zoitl und hat sich im Rahmen von Haben und Brauchen im Februar 2014 gegründet. Wir beschäftigen uns mit künstlerischer Arbeit ausgehend von unseren persönlichen Erfahrungen, die wir gemeinsam politisieren. Wir treffen uns regelmäßig ein Mal im Monat.

http://www.habenundbrauchen.de/2015/12/ag-arbeit/

https://www.facebook.com/events/1108782692513226/

Das Poster wurde gefördert durch die Senatsverwaltung für Kulturelle Angelegenheiten, Berlin

Künstlerinnen International

Videoinstallation und Gespräch mit der Künstlerin Michaela Melián

19. Mai 2016, 19:00

kuratiert und moderiert von Felicita Reuschling

Die Installation „Silvia Bovenschen und Sarah Schumannn“ 2012 von Michaela Melián portraitiert die beiden Feministinnen in der Rückschau auf die gemeinsam organisierte Ausstellung „Künstlerinnen International“ 1977. Die Künstlerin Melián  formuliert mit ihrer Arbeit eine Form von feministischer Genealogie, die als Bezugspunkte ihrer eigenen Geschichte sichtbar gemacht werden. Im Gespräch mit Melián werden von der künstlerischen Arbeit ausgehend die Bedeutung feministischer Genealogien und die gesellschaftliche Sichtbarkeit/Relevanz von Künstlerinnen heute thematisiert. Bedeutungen und Nachwirkungen der Ausstellung „Künstlerinnen International“ sollen im Dialog mit der Künstlerin exemplarisch diskutiert und beleuchtet werden, was feministische Perspektiven damals und heute sichtbar machen können. Auch in ihrer aktuellen Einzelausstellung „Electric Ladyland“  im Lenbachhaus München (bis 12.6.2016) führt die Künstlerin unter anderem ein Anliegen fort, das sich konsequent durch ihr Werk zieht: von der Geschichtsschreibung übergangene Frauen, die für die Kulturgeschichte eine Rolle spielten, erfahren eine Sichtbarkeit. In „Electric Ladyland“  geht es indes nicht um eine historische Persönlichkeit, sondern um eine fiktive, um die Kunstfigur der Olympia aus Jacques Offenbachs Oper „Hoffmanns Erzählungen“ von 1881 – ein Werk zu Beginn der Pariser Moderne.

Michaela Melián ist Künstlerin und Musikerin, Mitglied der Gruppe F.S.K., Professorin für zeitbasierte Medien an der HfbK Hamburg. Melián lebt in München und Hamburg.
http://www.michaelamelian.net/Michaela_Melian/Michaela_Melian.html

Felicita Reuschling, ist als freie Kulturproduzentin, Autorin und Herausgeberin in Berlin tätig, schwerpunktmäßig interessiert an einem Dialog zwischen unterschiedlichen feministischen Generationen und Positionen in Geschichte und Gegenwart.

Die Veranstaltung ist eine Fortsetzung der unabgeschlossenen Reihe „Feminist Stories – Strategien der Wieder/Aneignung“, kuratiert von Felicita Reuschling.

Die Veranstaltung findet im Rahmen des Programms zum 30jährigen Jubiläum der galerie futura statt. Gesamtprogramm

Veranstaltung auf facebook

Bild: Michaela Melián, „Silvia Bovenschen und Sarah Schumann“, 2012, 3 channel video and audio installation (detail), 60 min
VG Bildkunst

BURNING WORDS

Performance – Installation

FALL ARRIVALS, a video installation by Lisskulla Moltke-Hof, on view from February 17-20, 4-7 pm

BURNING WORDS a performance with Biliana Voutchkova – violin, Matthias Bauer – double bass, Ingo Reulecke – dance, Lisskulla Moltke-Hof – visuals

February 20th, 7 pm, admission: 7-10 €

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BURNING WORDS is a migratory concern. A mirage, which at the same time is a truth. It is performed as a deconstructed visualisation of messages and meanings that surround us. Bits and pieces of every-day historical facts that invade our trains of thought, which, as transparencies, weave the cloth of life of which we are composed.

BURNING WORDS is an improvisational performance, The performers of the piece - a violinist, a double bassist, a dancer and a visual artist, all relate to each other and each others sounds, words, movements. Visually, orally, and musically. In context.

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FALL ARRIVALS – installation by Lisskulla Moltke-Hoff

FALL ARRIVALS, a video installation, is also a migratory concern. A point of view of the eternal wanderer, at times meeting up with something basic, a resting place, only to resume the pursuit of his inner better world. The quest for a mirage.         

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Biliana Voutchkova

Die Geigerin Biliana Voutchkova ist Solo und Kammermusikerin. Mit großer Hingabe interpretiert, komponiert und improvisiert sie vor allem im Bereich der Neuen Musik und in experimentellen Klang und Bewegungs-Projekten. Biliana war bereits weltweit auf zahlreichen Festivals zu hören (wie Tanglewood, “Pèlerinages” Kunstfest Weimar, März Musik, Borealis, Holland Festival, KunstFestSpeiel Herrenhausen, Reheat/Kleylehof, Rainy Days) und trat in vielen Konzertreihen und auf verschiedenen alternativen Bühnen auf, wie u.a. am Weill Recital Hall/Carnegie Hall und Knitting Factory/New York, Jordan Hall/ Boston, RADIALSYSTEM V und Ausland/Berlin und Suntory Hall/Tokyo. Sie lebt in Berlin und arbeitet mit Tänzern, Komponisten, Bildenden Künstlern, solo und mit verschiedenen musikalischen Partnern zusammen, wie zB. mit dem Solistenensemble Kaleidoskop, Splitter Orchester, Ensemble Mode rn, Mozaik Ensembles, LUX:NM, Ensemble unitedberlin, Grapeshade, ua..

www.bilianavoutchkova.net

Ingo Reulecke

Nach seiner zeitgenössischen Tanzausbildung studiert Ingo Reulecke Choreografie an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin. 1994 und 1997 erhält er Stipendien vom Berliner Kultursenat und 1998/99 vom DAAD für Studienaufenthalte in New York City. 1999-2004 arbeitet er als „Choreographer in Residence“ in der Tanzfabrik Berlin, 2001 als Artist in Residence in Fylkingen (Stockholm) und 2002 als Artist in Residence am Choreografischen Zentrum Essen für „gleich.gültig 2. Seine Choreografien werden mehrfach ausgezeichnet und zu zahlreichen Festivals im In- und Ausland eingeladen. 2008 künstlerische Leitung der TanzMedienAkademie im Rahmen des Kunstfestes Weimar.

Seit 2000 zahlreiche Kollaboration mit dem Regisseur Lukas Matthaei. Von 2012-2014 hatte Reulecke die künstlerische Leitung des Kooperationsprojekts `Bauhaus Tanzen`, in enger Zusammenarbeit mit dem Bauhaus Dessau, dem Hochschulübergreifenden Zentrum Tanz in Berlin, dem Anhaltischen Theater Dessau sowie dem Studiengang ´Szenischer Raum´ der TU Berlin. 2006 übernimmt Ingo Reulecke an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch die Leitung der Abteilung Tanz bis 2013. Reulecke wird bis 2012 in das Direktorium des Hochschulübergreifenden Zentrums Tanz gewählt und hat seitdem dort eine Festanstellung. Ein Schwerpunkt seines Interesses gilt der real time composition. Seine Performances entstehen in Zusammenarbeit mit TänzerInnen und MusikerInnen.

www.ingoreulecke.com

Lisskulla Moltke-Hoff

Visual artist. Works with film and video in physical form: video sculptures, videogrammes, spaces, installations. Solo exhibitions in Sweden, Mexico and Berlin. Collaborates frequently with other artist, filmmakers and performers. Assistant professor in media and cultural studies, film and video. Living and working in Stockholm.

www.lisskulla.weebly.com

Matthias Bauer

Neben seinem eigenen Solo-Programmen für Kontrabass und Stimme gibt er zahlreiche Konzerte mit Musikern der freien Improvisations-Szene. Als Interpret arbeitete er u.a. mit dem Ensemble Unitedberlin, Ensemble Mosaik, musikFabrik, Ensemble Junge Musik, Asian Art Ensemble, dem Ensemble Resonanz, dem Ictus Ensemble, dem Ensemble Modern Orchestra. Er spielte auf Festivals wie MaerzMusik Berlin, musica viva München, Ultima Oslo, Biennale Venedig, Nuova Consonanza Rom, Donaueschinger Musiktage, Wien Modern, Festival Angelica Bologna/Italien. Er realisierte Bühnenmusiken und Konzepte für improvisierende Musiker. 

www.bauerbass.de

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Book Launch des Katalogs „Prekäre Kunst: Protest & Widerstand“

Samstag, den 6. Februar 2016, 17:00

mit Spoken Words von Lahya (Autorin, Poetin, Kuratorin Fotografin, Aktivistin, Workshop-Teamerin und Sängerin)
http://stefanie-lahya.de/

sowie Musik, Getränken und Gesprächen in informeller Runde.

Der Katalog erscheint anlässlich der Ausstellung und Veranstaltungsreihe „Prekäre Kunst: Protest & Widerstand“, die im September und Oktober 2015 in der alpha nova & galerie futura stattgefunden hat.

Herausgegeben von Stacie CC Graham, Katharina Koch und Marie-Anne Kohl, mit Texten von: Bahati, Melody LaVerne Bettencourt, Chantel C, Christa Joo Hyun D’Angelo, Dr. Dr. Daniele Daude, Dr. Stacie CC Graham, Karina Griffith, Katharina Koch, Dr. Marie-Anne Kohl, Julia Lemmle, Sandrine Micossé Aikins, Njideka, Dr. Onur Suzan Nobrega, Iris Rajanayagam, Lerato Shadi.

Das Projekt „Prekäre Kunst: Protest & Widerstand“ setze sich in Form einer Ausstellung, Filmpräsentationen, Spoken Word- und Musikveranstaltungen sowie eines zweitägigen Symposiums mit strukturellen und Alltagsrassismen sowie Sexismen im Berliner Kulturbetrieb auseinander. Insbesondere Schwarze Künstlerinnen und Kuratorinnen sowie Künstlerinnen und Kuratorinnen of Color sind in diesem, mit wenigen Ausnahmen, weder Entscheidungsträgerinnen noch gibt es eine gewichtige Anzahl von selbstgestalteten Räumen, in denen sie sich präsentieren können beziehungsweise sich repräsentiert fühlen. Anhand der Frage nach Möglichkeiten der Aneignung, Unterwanderung oder dem Produzieren alternativer Kontexte entstand ein Dialog über die verschiedenen Strategien, wie kulturschaffende Schwarze Frauen und Frauen of Color strukturellem Rassismus, Alltagsrassismus, Sexismus und den Erfahrungen von Nicht-Repräsentation im weißen Kunstbetrieb entgegenwirken können. Gleichzeitig wurde darüber beraten, inwiefern (Kunst-)Räume wirkliche Inklusion ermöglichen können und welche solidarischen Praxen dafür Voraussetzung sind.

http://www.alpha-nova-kulturwerkstatt.de/projekte/

Stefanie-Lahya Aukongo
Lahya studierte Public Management und Non-Profit-Marketing mit Schwerpunkt (kritische) Entwicklungs- und Afrikapolitik in Berlin. Als Freiberuflerin und machtkritische Künstlerin ist sie heute in den Bereichen NGO-Beratung, Kunst und Bildungsarbeit tätig. Dabei beschäftigen sie sich besonders mit Themen wie Anti-Diskriminierung und Intersektionalität, nicht nur aufgrund eigener Erfahrungen. Lahya engagiert sich für den Panafrikanismus, Menschenrechte, Black matters-Themen und die Gleichberechtigung von gesellschaftlich Benachteiligten und gegen Diskriminierung, indem sie über das, was sie bewegt, empört und inspiriert, schreibt, fotografiert, referiert, teamt, singt und diskutiert. Seit 2014 ist sie Kuratorin und Moderatorin der Spoken Words-Veranstaltung „One World Poetry Night“ in der Werkstatt der Kulturen in Berlin. Ab Januar 2016 wird diese im Familiengarten-Stadtteilzentrum des Kotti e.V. stattfinden. Als Spoken Word-Künstlerin und Autorin ist Lahya regelmäßig auf deutschen Bühnen zu erleben.
http://stefanie-lahya.de/

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Der Körper des Traumas / The Body of Trauma

Screening, Performances, Artist Talk

Samstag / Saturday, 30.01. 2016, 18:00-21:00

mit / with:

Nine Yamamoto- Masson: Inextinguishable Fires (2015)

Nathalie Mba Bikoro: Plantation Memories (2016)

Sanija Kulenovic & Adi Liraz: ExDress: The Body of Trauma (2016)

Artist Talk:  Sanija Kulenovic, Moran Sanderovich, Adi Liraz, moderiert von / moderated by Armeghan Taheri

kuratiert von / curated by: Adi Liraz

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Ausstellung Wounderland von Moran Sanderovich statt / The event takes place in the frame of the show Wounderland by Moran Sanderovich.

Fotos der Veranstaltung

"ExDress" (Sanija Kulenovic and Adi Liraz)

Sexuelle Gewalt in Kriegszeiten führt zu einer lang anhaltenden Traumatisierung und Leid. Angewendet nicht nur um Körperverletzungen zuzuführen, sondern auch um Frauen und Mädchen und ihre Familien und ihre Gemeinden zu entsetzen und zu demütigen, umfassen die Folgen sexueller Gewalt eine Masse von physischen und psychischen Traumatisierungen – viele davon bestehen Jahrzehnte und haben oft generationsübergreifende Auswirkungen. Als solches ist sexuelle Gewalt in Kriegszeiten keine vorübergehende Abweichung oder ein einmaliger Angriff auf ein Individuum, sondern eine breite und systematische Taktik, die gegen eine große Zahl von Frauen mobilisiert und verwendet wird, um gesamte Bevölkerungsgruppen zu unterwerfen. Zudem sind die Schemata sexueller Gewalt nicht nur ein Instrument, um einer Gemeinschaft zu schaden, sondern ein Verbrechen gegen Frauen als solche. Viele Geschichten und Stimmen der Opfer sexueller Gewalt wurden nie Teil unseres kollektiven Gedächtnisses, wurden nie Teil einer breiteren Öffentlichkeit, fanden nie Eingang in unsere kulturellen Narrative und sind deshalb nie als Teil unseres öffentlichen Bewusstseins sichtbar geworden. In diesem Sinne erzählen die Künstlerinnen in der Ausstellung „Wunderland“ und der Veranstaltung „Der Körper des Traumas“ die Geschichten der Frauen, die sexuelle Gewalt und sexuelle

from Nathalie Mba Bikoro

Traumata während des Krieges erlebt haben. Weiblichkeit, Mutterschaft und Handwerk sind die Instrumente und Motive durch die die Künstlerinnen in der Abschlussveranstaltung, die ein Screening, einen Vortrag und Performances beinhaltet, den nicht zugelassenen Überlieferungen traumatischer Erlebnisse von Frauen in Kriegen eine Stimme verleihen. Dazu gehören die Erfahrungen der japanischen und koreanischen Frauen und Mädchen, die von der kaiserlichen japanischen Armee in die sexuelle Sklaverei und in die Rolle der sexuellen Wehrpflichtigen im Zweiten Weltkrieg als „Trostfrauen“ gezwungen wurden, die  Erinnerung an den Missbrauch von afro-deutschen und Frauen der afrikanischen Diaspora  während der zwei Weltkriege, die Geschichte bosnischer Frauen, die systematische Massenvergewaltigungen und erzwungene Schwangerschaften als Teil des serbischen Völkermordes und der Politik der „ethnischen Säuberung“ während des Krieges im ehemaligen Jugoslawien erlitten haben, die Schicksale jüdischer Frauen, die vergewaltigt und missbraucht wurden in den besetzten Dörfern und Städten im Zweiten Weltkrieg. Den Werken Moran Sanderovichs gesellen sich an diesem Abend Arbeiten der Künstlerinnen  Nathalie Mba Bikoro, Adi Liraz und Nine Yamamoto-Masson, sowie der Vortrag „Verantwortungsvolle Vergangenheitspolitik als unabdingbare Voraussetzung zur  Traumabewältigung“ von Sanija Kulenovic. Durch verschiedene Arten des Geschichtenerzählens setzen sich die Teilnehmerinnen kritisch mit vielfältigen Themen auseinander: mit dem Körper der Frau, als dem Schlachtfeld kollektiver Bestrafung, mit der Komplexität der binären Identität der Täter vs Opfer, mit der Bedeutung der gesellschaftlichen Frauenrolle als Gebärerin im Umgang mit sexueller Gewalt und dem Trauma, sowie mit der kulturellen Amnesie, die zur Auslöschung der Opfer und ihrer Stimmen führt.

Armeghan Taheri mit Adi Liraz, November 2015

from Nine Yamamoto-Masson

Sexual violence during wartime leads to long-lasting trauma and suffering. Designed not only to inflict bodily harm but also to terrify women and girls, humiliate them, their families and their communities, the legacy of sexual violence includes a mass of physical and psychological trauma – many of which persist for decades and have often intergenerational impact. As such, it is not a temporary aberration or a one-off assault on an individual but a broad and systematic tactic that is mobilized against vast numbers of women and used to subdue entire populations. Yet, patterns of sexual violence are not only an instrument to harm a community but a crime against women as women. Many stories and voices of survivors of sexual violence have never become part of our collective memory, never formed part of a wider public and cultural narrative and have therefore never been able to become visible as part of our public consciousness. In this sense, the artists in the exhibition Wounderland and the event Body of Trauma, retell the history of women who have experienced sexual violence and sexual trauma during war. In the exhibition’s closing event Body of Trauma, which includes a screening, performance and artist talk, the artists provide a voice to some of the untold stories by relating to the traumatic experience of women during war through tools and motives like femininity, hand crafts and maternity. Through these tools, the artists tell the story of Japanese and Korean comfort women who were women and girls forced into sexual slavery by the Imperial Japanese Army and coerced into playing the role of sexual conscripts for the Japanese Army during WWII; the story and memories of the abuse suffered by Afro-German and African Diaspora women during the WWI & WWII, the story of Bosnian women who suffered systematic mass rape and experienced forced pregnancy as part of the Serbian genocidal ethnic cleansing policy during the Yugoslavian civil war; the story of Jewish women who were raped and abused in the occupied villages and cities during WWII. In the event, Moran Sanderovich’s work will be accompanied by the artists Nathalie Mba Bikoro, Adi Liraz, and Nine Yamamoto-Masson as well as a short lecture by Sanija Kolenovich on “Transitional justice as a vital condition for trauma processing in post-conflict societies.” The participants engage critically with the cultural amnesia resulting in the erasure of victims and their voices, the complexity of the binary identities of perpetrator vs victim, the body of women used for collective punishment, as well as the meaning of the societal role of women as child bearers in dealing with sexual violence and trauma.

Armeghan Taheri with Adi Liraz, November 2015

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DAS ‘ANDERE’ DEUTSCHE KINO ALS SUBVERSIVE PRAXIS

Ein Vortrags- und Filmabend von Canan Turan

Donnerstag, 12.11.2015, 19 Uhr

Vortrag auf vimeo

Filmstill En Garde von Ayşe Polat

Zwischen den 1970’er und frühen 1990’er Jahren wurden eine Reihe von Filmen produziert, die der Filmkritiker Georg Seeßlen als Kino der Fremdheit bezeichnete: Überwiegend mehrheitsdeutsche Regisseur_innen, u.a. Rainer Werner Fassbinder, Helma Sanders-Brahms und Alexander Kluge, zeichneten mit mitleidvollem Gestus ein Bild von unüberbrückbaren Differenzen zwischen einer vermeintlich homogenen “türkischen” und einer “deutschen” Identität. Filmemacher_innen wie Yüksel Yavuz, Yasemin Şamdereli, Thomas Arslan, Buket Alakuş, Fatih Akin u.v.m. kreierten ab Mitte der ‘90er selbstbewusst ein ‘anderes’ deutsches Kino: Ihre Filme nehmen keine dezidierte interkulturelle Vermittlungsposition ein. Wenn überhaupt findet in den transkulturellen Protagonist_innen selbst eine Auseinandersetzung mit Kultur und Gesellschaft statt. Aber kann wirklich von einer Transformation des Kinos mit, von und über Migrant_innen gesprochen werden, oder lebt der Geist des Kinos der Fremdheit auch heute weiter?

Im Anschluss an den Vortrag zeigen wir 93/13 — 20 Jahre nach Solingen (D 2013, 33 Min.) von Mirza Odabaşı und En Garde von Ayşe Polat (D 2004, 94 Min.).

Produktionsdaten:

93/13 – 20 Jahre nach Solingen — Deutschland 2013, Farbe, 33 Minuten. Buch und Regie: Mirza Odabaşı. Produktion: Mirza Odabaşı.

En Garde — Deutschland 2004, Farbe, 94 Minuten. Buch und Regie: Ayşe Polat. Produktion: X-Filme Creative Pool, Zweites Deutsches Fernsehen (ZDF) und intervista digital media.

CANAN TURAN (*1984), in Keşan in der Türkei geboren und in Berlin-Kreuzberg aufgewachsen, ist Filmwissenschaftlerin, Regisseurin und Übersetzerin. Nach ihrem Bachelorstudium in Filmwissenschaft an der Freien Universität Berlin und der Pompeu Fabra Universität Barcelona ging Canan Turan 2011 nach London, wo sie am Goldsmiths College in London einen Master in Dokumentarfilm machte. Zu ihren wissenschaftlichen Schwerpunkten zählen insbesondere die krititische Analyse von kulturalistischen/rassistischen Repräsentationen im europäischen und amerikanischen Film sowie das Kino der `Anderen´  Deutschland. Turans Abschlussfilm Kıymet(2012 D/UK, 25 Min.) wurde auf internationalen Festivals, einschliesslich dem Documentarist Istanbul und Duhok IFF, vorgeführt und war ein Jahr lang im Programm des Kino Moviemento Berlin als Teil des Filmdoppels „Canim Kreuzberg“ zu sehen. Seit 2013 arbeitet Canan Turan an ihrem ersten langen Dokumentarfilm Kaya – Der Felsen und das Meer, gefördert durch ein Gerd Ruge Stipendium der Film und Medien Stiftung NRW und produziert von Zülfiye Akkulak (Newa Film). Canan Turan lebt und arbeitet als Freiberuflerin in Berlin und Barcelona.

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