Projekte

Revolt She Said –
dekoloniale und feministische Perspektiven auf 68

Gespräch / Lecture Performance / Vortrag / Filmscreening / Workshop / Stadtspaziergang

15. September – 6. Dezember 2018

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Ausschnitt Flyer Veranstaltungsreihe „Revolt She Said“, alpha nova & galerie futura und District Berlin, 2018, Grafik: Stefanie Rau

50 Jahre 1968 nehmen wir (alpha nova & galerie futura und District Berlin) zum Anlass, uns aus feministischer und dekolonialer Perspektive mit den Protestbewegungen im Deutschland der 60er Jahre zu beschäftigen, die auch den Bereich der Kunst völlig neu definierten. Uns bewegt die Frage, welche Geschichten, Akteur*innen und Stimmen in den dominanten Narrativen über 1968 bislang unsichtbar bleiben und wie diese für die Reflexion und Gestaltung gegenwärtiger und zukünftiger gesellschaftspolitischer Prozesse und Forderungen re-aktualisiert werden können.
In diesem Sinne möchten wir mit der Veranstaltungsreihe Revolt she said die Produktion von Geschichte und Geschichtsschreibung hinterfragen und die Bewegungen jener Zeit aus den Perspektiven ihrer feministischen, anti-kolonialen, diasporischen, migrantischen, jüdischen und Schwarzen Organisierungen (neu) erzählen.
In Lecture Performance, Vortrag, Filmscreening, Gespräch, Workshop und Stadtspaziergang öffnet sich das Projekt für ein breites, generationsübergreifendes Publikum. Die vielfältigen Formate bieten Möglichkeiten, sich über historische Zusammenhänge, verschüttetes Wissen und aktuelle Erinnerungskultur zu informieren, und sich aktiv an neuen Erzählungen zu 68 zu beteiligen.

Die Reihe Revolt She Said ist kuratiert von Andrea Caroline Keppler (District Berlin), Dr. Katharina Koch und Dorothea Nold (alpha nova & galerie futura) im Gespräch mit Karina Griffith (District Atelierstipendiatin 2018 und Recherchestipendiatin Decolonizing 68) sowie Sharon Adler, Madeleine Bernstorff, Dr. Lisa Glauer, Dr. Natasha A. Kelly, Martina Kofer, Corina S. Kwami, Peggy Piesche, Merle Stöver und PD Dr. Anja Zimmermann.

PROGRAMM

Samstag, 15. September 2018, 19 h
Uncracking the Archive
Gespräch mit Karina Griffith (Künstlerin, Kuratorin und Filmemacherin), Nathalie Anguezomo Mba Bikoro (Künstlerin, Kuratorin) und Dr. Natasha A. Kelly (Kuratorin, Autorin, Wissenschaftlerin)
Ort: District Berlin

“It is a history of an unrecoverable past; it is a narrative of what might have been or could have been; it is a history written with and against the archive.”
– Saidiya Hartman, Venus in Two Acts
Um 1968 zu dekolonialisieren, müssen wir die Archive dekolonialisieren. Diese Aufgabe ist um so schwieriger, wenn wir die Archive nicht betreten dürfen. Als Intersektionale Künstler*innen entwickeln wir kreative Strategien um an Dokumente zu gelangen, die wir nie zu Gesicht bekommen sollten. Wir spielen Rollenspiele, lassen uns auf fadenscheinige Kooperationen ein und schicken Verbündete voraus, damit diese uns die Türen öffnen. Die Detektivarbeit, die wir beim Ausgraben unserer Geschichten leisten ist mühsam. Doch wir bleiben beharrlich, denn oft sind die Strategien, die wir zur Dekolonisierung des Archivs entwickeln nachhaltiger als die auf diesem Wege erreichten Ergebnisse. Karina Griffith, Nathalie Anguezomo Mba Bikoro und Dr. Natasha A. Kelly diskutieren gemeinsam, wie sie durch ihre künstlerische Praxis neue Zugänge zur deutschen Geschichte schaffen.

Samstag, 22. September 2018, 19 h
Talking Blues
Lecture Performance mit Dr. Natasha A. Kelly (Kuratorin, Autorin, Wissenschaftlerin), Corina S. Kwami (Künstlerin) und Kelvin Sholar (Musiker)
Ort: District Berlin

Talking Blues verknüpft die Tradition des weiblichen Blues mit der Geschichte Schwarzer Feministinnen, wie Angela Davis, deren politischer Einfluss im geteilten Deutschland unüberhörbar war. Kelly und Kwami rekapitulieren die Geschehnisse der 60er Jahre und übersetzen die Rolle der Schwarzen Student*innen in Deutschland (Ost und West) in eine Blues Lecture Performance, um die weißen Erzählungen dieses für die Bundesrepublik so konstitutiven Moments zu dekonstruieren und aus den Perspektiven der damals aktiven antikolonialen, diasporisch-feministischen und Schwarzen Organisationen erzählbar und erlebbar zu machen.

Donnerstag, 18. Oktober 2018, 19 – 22 h
Sexuelle Selbstbestimmung und Antikoloniale (Befreiungs)Bewegungen
Workshop mit Peggy Piesche (Literatur- und Kulturwissenschaftlerin, Gunda-Werner-Institut)
Ort: District Berlin

Antikoloniale (Befreiungs)Bewegungen und ihre Forderungen nach Unabhängigkeit, Selbstbestimmung, gegen Kolonialismus und Rassismus prägten die Protest- und Widerstandsbewegungen in der BRD entscheidend. Sie waren unmittelbar mit dem Kampf für soziale Gleichstellung von Mann und Frau, sowie dem Schutz von ethnischen Minderheiten verbunden. In diesem Workshop soll anhand von historischem Material aus Zeitschriften, Publikationen etc. ein Mapping damaliger Diskurse zum Verhältnis von sexueller Selbstbestimmung und antikolonialen (Befreiungs)Bewegungen erstellt werden und der Frage nachgegangen werden, welche emanzipatorischen Konzepte hier verhandelt wurden.

Anmeldung bis zum 17.10.: post@district-berlin.com

Mittwoch 24. Oktober 2018, 19 h
Feministische künstlerische Positionen im Spiegel ihrer Materialitäten
Round-Table-Diskussion mit Dr. Gabriele Schor (SAMMLUNG VERBUND, Wien) und Prof. Liz Bachhuber (Bauhaus-Universität Weimar), Moderation: Dr. Lisa Glauer
Ort: alpha nova & galerie futura

Die feministische Kunst ab 1968 lässt sich nicht nur hinsichtlich ihrer thematischen Auseinandersetzungen genauer bestimmen, sondern auch insbesondere durch eine Neuaneignung von Medien und Materialitäten. Die Entstehung einer spezifisch auszumachenden Ästhetik und Ausdrucksform ist auch durch ein sich formierendes neues Selbstbewusstsein entstanden, weiblich konnotierte Materialien in der Kunstproduktion zu aktualisieren sowie den weiblichen Körper als Primärmedium der Selbstbestimmung einzusetzen. Die Veranstaltung beleuchtet, wie die konkrete Verschränkung von Materialität und Medien mit Inhalten und Deutungsweisen der feministischen Kunstproduktion verbunden sind.

Donnerstag, 1. November 2018, 19 h
Erfahrungen, Brüche, Perspektiven. Jüdische Feministinnen
über Kunst und Politik seit 68
Präsentationen und intergenerativer Round-Table mit Sharon Adler (AVIVA-Berlin, Stiftung ZURÜCKGEBEN), Shlomit Lehavi (Künstlerin), Elianna Renner (Künstlerin), Elżbieta Sternlicht (Pianistin und Lehrbeauftragte Klavier an der Universität der Künste Berlin, Fakultät Musik)
Moderation: Merle Stöver (Stiftung ZURÜCKGEBEN)
Ort: alpha nova & galerie futura

Anmeldung bis zum 31.10.: info@stiftung-zurueckgeben.de

Die Veranstaltung mit künstlerischen Präsentationen und einem intergenerativen Round-Table Gespräch widmet sich den Perspektiven und Erfahrungen jüdischer Feministinnen, Künstlerinnen und Kulturschaffenden, die 1968 und danach aktiv waren und auf ein Klima trafen, was auch in der Linken teilweise antisemitisch geprägt war, zumindest jedoch sehr anti-israelisch. Dazu soll der Bogen bis in die Gegenwart gespannt werden, um zu ergründen, wie sich jüdische Künstlerinnen und Intellektuelle heutzutage positionieren und welche Erfahrungen zu/in verschiedenen Zeiten und Gesellschaftskontexten gemacht wurden und werden.

Sharon Adler
Geboren 1962 in West-Berlin, gründete Sharon Adler 2000 das Frauen-Online-Magazin AVIVA-Berlin. Sie ist Fotografin, Moderatorin und initiierte Schreib- und Dialogprojekte für jüdische und muslimische Frauen. Seit 2013 ist sie außerdem ehrenamtliche Vorsitzende der Stiftung ZURÜCKGEBEN – Förderung jüdischer Frauen in Kunst und Wissenschaft.

Shlomit Lehavi
Die 1965 in Tel Aviv geborene Künstlerin setzt sich interdisziplinär mit Formen des Zeitlichen auseinander. Die wechselseitige Beziehung zwischen kollektiver und individueller Identität in Raum und Zeit ist das Thema ihrer Arbeiten. Sie studierte unter anderem an der Tisch School of the Arts in New York. Seit 2014 lebt und arbeitet sie in Berlin.

Elianna Renner
Die 1977 in der Schweiz geborene und in Deutschland lebende Konzeptkünstlerin Elianna Renner arbeitet an der Schnittstelle von Biografie und Geschichte. In ihren Arbeiten hinterfragt sie historische Narrative und deren Auslassungen – immer mit dem Ziel die hinter dem Vergessenen oder Verschwiegenen stehenden Machtverhältnisse sichtbar zu machen.

Elżbieta Sternlicht
Die Pianistin Elzbieta Sternlicht studierte in Warschau und in Paris. Nach mehrjähriger künstlerischer Tätigkeit in Paris lebt und wirkt die Pianistin seit 1977 in Berlin als freischaffende Musikerin und als Dozentin an der Universität der Künste Berlin. Einen Schwerpunkt ihrer Tätigkeit als Pianistin bildet die Interpretation von Werken, die von Frauen im 19. und 20. Jahrhundert komponiert wurden.

Merle Stöver
Die 1994 in Hannover geborene Merle Stöver ist studierte Sozialarbeiterin und absolviert aktuell den Masterstudiengang der Interdisziplinären Antisemitismusforschung. Sie forscht, schreibt und spricht zu Antisemitismus und Geschlecht. Seit 2016 arbeitet sie als Vorstandsassistenz der Stiftung ZURÜCKGEBEN – Förderung jüdischer Frauen in Kunst und Wissenschaft.

In Kooperation mit der Stiftung ZURÜCKGEBEN – Förderung jüdischer Frauen in Kunst und Wissenschaft.

Samstag, 17. November 2018, 13:30 – 17 h
Ton Steine Wasser – Künstlerische Formen der Neugestaltung Westberlins nach 68
13:30 h Moderierter Spaziergang zu den Skulpturengruppen
14:30 h Gesprächsrunde in der Galerie

Mit Prof. Azade Köker (Künstlerin), Prof. Dr. Stefanie Endlich (Publizistin, Honorarprofessorin UdK), Robert Schmidt-Matt (Bildhauer)
Moderation: Martina Kofer (Literaturwissenschaftlerin)
Ort und Treffpunkt für den Spaziergang: alpha nova & galerie futura

Ein Spaziergang mit der Künstlerin Azade Köker zu den in den 1980er Jahren entstandenen künstlerischen Projekten „Menschenlandschaft“ am Schlesischen Tor und „Cuvrybrunnen“ in der Cuvrystraße soll an die sowohl künstlerische als auch kiezspezifische Entstehungsgeschichte der Skulpturengruppen erinnern. Am Schlesischen Tor belebten 1987 acht Künstler*innen unterschiedlicher Herkunft, unter ihnen auch Azade Köker, das damalige karge Terrain in unmittelbarer Nähe zur West-Ost Grenze.
Die zwischen 1983 und 1985 entstandene Brunnenanlage in der Cuvrystraße zeigt einen Schiffsrumpf als Ausgangsform, der ein Gesamtensemble der verschiedenen Stile der Künstler*innen bildet. Beide Projekte sind nicht nur ein sichtbares Zeichen für die auch kosmopolitisch beeinflusste künstlerische Mitgestaltung des öffentlichen Raums. Sie sind darüber hinaus Erinnerungsorte der initiativen Kiezgestaltung durch seine Bewohner*innen in den 1970er und 80er-Jahren. Von daher bergen die Kunstwerke vor allem Geschichten des politischen, künstlerischen und interkulturellen Zusammenlebens, die für den Stadtteil Kreuzberg spezifisch sind, heute allerdings weitgehend vergessen sind.
Mit Azade Köker soll dabei vor allem an die weibliche Geschichte der Kunstproduktion erinnert werden. Wie mit ihrer Skulptur Die Begegnung am Schlesischen Tor und ihren Frauenfiguren als Teil des Cuvrybrunnens wählt sie immer wieder Frauengestalten und -geschichten zum Thema ihres künstlerischen Schaffens. Im Anschluss an den Spaziergang bietet ein moderiertes Gespräch mit Prof. Azade Köker, Prof. Dr. Stefanie Endlich und Robert Schmidt-Matt Raum für einen Austausch zwischen und mit den maßgeblichen Akteur*innen der Kreuzberger Kunstproduktion.

Prof. Azade Köker
ist Bildhauerin und Malerin. Sie studierte zunächst Keramik an der Istanbuler Akademie der Schönen Künste, bevor sie 1972 mit einem Auslandsstipendium nach Berlin kam. Hier studierte sie zuletzt an der HdK bis 1979. In den 1990er Jahren war sie neben Auslandsaufenthalten in den USA und Japan Gastprofessorin in Salzburg und in Bremen. Von 2003 bis 2015 war sie Universitätsprofessorin und Leiterin des Instituts für Bildende Kunst an der Technischen Universität Braunschweig.

Prof. Dr. Stefanie Endlich
ist freiberufliche Publizistin in Berlin. Seit 1978 lehrt sie an der HdK / UdK und hat dort seit 2003 eine Honorarprofessur für Kunst im öffentlichen Raum. In den von ihr publizierten Büchern und kuratierten Ausstellungen widmet sie sich vorrangig den Themen bildende Kunst, Architektur, Stadtgeschichte und Erinnerung. Prof. Dr. Endlich arbeitet seit vielen Jahren in verschiedenen Projekten und Gremien mit Gedenk- und Dokumentationsstätten zusammen.

Robert Schmidt-Matt
ist seit 1984 freischaffender Künstler in Berlin mit dem Schwerpunkt Bildhauerei. Er studierte Malerei und Bildhauerei an der HdK Berlin. Von 1990 bis 2007 war er künstlerischer Leiter der Sommerakademie Marburg. Von 1995 – 1999 war er Lehrbeauftragter an der HdK für Werkstattpraxis, Keramik. Seit 2002 ist er Bühnenbildner für das Theaterforum Kreuzberg. Robert Schmidt-Matt nahm an zahlreichen Bildhauersymposien im In- und Ausland teil.

Donnerstag, 22. November 2018, 19 h
Revolt She Felt.
Film(e) und Gespräch mit Karina Griffith (Künstlerin, Kuratorin und Filmemacherin)
Die Filmemacherin Claudia von Alemann wird zum Gespräch ebenfalls anwesend sein.
Ort: alpha nova & galerie futura

In ihrem Buch „Ugly feelings“ entwickelt Sianne Ngai den Begriff der Irritation als einen Affekt von verhaltener Wut. Dieses Filmprogramm untersucht wie tiefgreifende Irritation – ihrer Vieldeutigkeit entledigt – in einigen um und nach 1968 entstandenen Filmen politische Umbrüche katalysiert hat. Angelpunkt des Programms ist der Film KATHLEEN UND ELDRIDGE CLEAVER IN ALGIER. Im Exil-Büro der Black Panther Party in Algier entwickeln die beiden BPP-Aktivisten ihre Idee von Widerstand. Aufgezeichnet von der feministischen Filmemacherin Claudia von Alemann im Januar 1970, sprechen die Cleavers mit zusammengebissenen Zähnen von ihrem politischen Kampf, nicht ohne eine Verbindung zu Westdeutschland herzustellen. Irritation unterwandert die Stereotypen der ‚wütenden schwarzen Frau’ oder der ‚hysterischen Hausfrau’ um eine gangbarere Position andauernden Verdrusses vorzustellen. In den filmischen Arbeiten ist dieser feministische Ansatz, Wut in Irritation zu übersetzen eine effektive und affektive Strategie um Reibung, Diskurs und eine Verbindung zu revolutionären Forderungen herzustellen.

Filmprogramm:

DIE KOLLWITZ UND IHRE KINDER
[© HFF, Regie: Christa Mühl, 1971, 10 min]

KATHLEEN UND ELDRIDGE CLEAVER IN ALGIER
[© Alemann Filmproduktion Köln, Regie: Claudia von Alemann,1969, 22 mins]

DIE SCHÖNHEITSVERSCHWÖRUNG
[© DFFB, Regie: Tsitsi Dangarembga, 1994, 14 min]

LANDING
© DFFB/Okpako, Regie: Branwen Okpako, 1995, 10 min]

Donnerstag, 6. Dezember 2018, 19 h
1968ff – Kunst, Feminismus, Politik
Präsentation der aktuellen Ausgabe von „FKW – Zeitschrift für Geschlechterforschung und visuelle Kultur“, Schwerpunkt: kritische Kunstgeschichte von 1968 aus feministischer Sicht
+ Vortrag zur Veränderungen in der (queer)feministischen Rezeption der skulpturalen Objekte von Louise Bourgeois und Lynda Benglis

mit: PD Dr. Anja Zimmermann (Hg. FKW, wiss. Autorin, ZFG Oldenburg) und Valeria Schulte-Fischedick (Kunsthistorikerin, Internationales Atelierprogramm Künstlerhaus Bethanien)

Ort: alpha nova & galerie futura

FKW ist die einzige deutschsprachige Zeitschrift für Geschlechterforschung und visuelle Kultur. Sie existiert seit 1987, erscheint halbjährlich und verbindet kunst- und kulturtheoretische, bild- und medienwissenschaftliche, genderspezifische, politische und methodische Fragestellungen zu einer kritischen Kulturgeschichte des Visuellen. Das neueste Heft widmet sich einer kritischen Kunstgeschichte von 1968 aus feministischer Sicht und versammelt u.a. Beiträge zu Austauschbeziehungen sowjetischer und deutschsprachiger Künstlerinnen, zu visuellen Feminismen Lateinamerikas und zur Rolle westlicher Kunsthistorikerinnen in der Kritik der Disziplin Kunstgeschichte in der Folge von 1968.

Nach einer kurzen Vorstellung des aktuellen Heftes und einer (bebilderten) Geschichte der Zeitschrift, die selber als Teil einer kritischen Revision von ‚1968’ unter feministischer Perspektive verstanden werden kann, wird der zweite Teil an einem konkreten Beispiel, der queer-feministischen Kunstkritik vor, um und nach 1968, das Thema weiter inhaltlich vertiefen. In dem Beitrag von Valeria Schulte-Fischedick wird es um Veränderungen in der (queer-) feministischen Rezeption der skulpturalen Objekte von Louise Bourgeois und Lynda Benglis und ihre besonderen Verbindungen zu Vorstellungen haptischer Sinnlichkeit und gesellschaftlichen Befreiungstheorien seit den 1960er Jahren gehen. Die kritisch-feministische Relektüre ermöglicht die Einsicht, dass 1968 nicht so 68, der Post-Minimalismus nicht so post ist, wie es zunächst scheint.

Revolt She Said ist eine Kooperation von alpha nova & galerie futura und District Berlin.

Veranstaltungen bei facebook

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On the occasion of the 50th anniversary of 1968, we (alpha nova & galerie futura and District Berlin) have taken the opportunity to engage from feminist and decolonial perspectives with the protest movements in Germany in the 1960s, which also fully redefined the field of art. We are moved by the question of which histories, participants, and voices still remain invisible within the dominant narratives about 1968 and how they can be reactualized for the contemplation and creation of present and future socio-political processes and demands. With a series of events entitled Revolt She Said, we seek to reassess the production of narratives and historiography and to (re)tell the movements of this time from the perspective of their feminist, anti-colonial, diasporic, migrant, Jewish, and Black organizations. Diverse formats open the project up to a broad, inter-generational public and offer possibilities to learn about historical contexts, marginalized knowledge production and current cultures of remembrance. Furthermore, the lecture performance, lecture, film screening, conversation, workshop, and walk, invite all participants to actively take part in creating new narratives of 68.

The series Revolt She Said is curated by Andrea Caroline Keppler (District Berlin), Dr. Katharina Koch and Dorothea Nold (alpha nova & galerie futura) in conversation with Sharon Adler, Madeleine Bernstorff, Dr. Lisa Glauer, Karina Griffith, Natasha A. Kelly, Martina Kofer, Corina S. Kwami, Peggy Piesche, Merle Ströver and PD Dr. Anja Zimmermann.

PROGRAM

Saturday, 15 September 2018, 7 pm
Uncracking the Archive
Talk with Karina Griffith (Artist, Curator and Filmmaker), Nathalie Mba Bikoro (Artist, Curator) und Natasha A. Kelly (Artist)
Location: District Berlin

“It is a history of an unrecoverable past; it is a narrative of what might have been or could have been; it is a history written with and against the archive.”
– Saidiya Hartman, Venus in Two Acts

To decolonize 1968, we have to decolonize the archive. The task of decolonizing the archive is made all the more difficult when we are not allowed to enter them. Intersectional artists use creative tactics to access documents, film reels, and correspondence that their eyes were never meant to see. We role play, accept spurious collaborations, and send allies on faith to hold the door ajar. The detective work involved in excavating our stories is exhausting labor. Consumers of art who are not ready to be critical of our colonial past may scrutinize the fruits of these endeavor because they exist from a perceived trespass. We persevere because often the means of decolonizing the archive are often more sustainable than the ends. Karina Griffith sits down with Nathalie Anguezomo Mba Bikoro, and Natasha Kelly to discuss how they created new points of entry into German history through their artistic practices.

Saturday, 22 September 2018, 7 pm
Talking Blues
Lecture Performance with Natasha A. Kelly (Artist), Corina Shika Kwami (Artist) and Kelvin Sholar (Musician)
Location: District Berlin

Talking Blues links the tradition of female blues with the history of black feminists, like Angela Davis, whose political influence was unmistakable in divided Germany. Kelly and Kwami translate the roles of black students in (East and West) Germany in the 1960s into a blues lecture performance that deconstructs white narratives of constitutive moments for the federal republic and (re)tells and makes audible perspectives of the anti-colonial, diasporic-feminist and Black organizations that were active at this time.

Thursday, 18 October 2018, 7 – 10 pm
Sexual Self-determination and Anti-colonial (Liberation)Movements  
Workshop with Peggy Piesche (Literature and Cultural Studies, Gunda-Werner-Institut)
Location: District Berlin

Anti-colonial (liberation)movements and their demands for independence, self-determination, and against colonialism and racism decisively shaped the protest and resistance movements in the Federal Republic of Germany. They were directly related to the struggle for the social equality of men and women, as well as the protection of ethnic minorities. In this workshop, through historical materials from newspapers, publications, and other ephemera, a mapping of the discourse of the relationship between sexual self-determination and anti-colonial (liberation)movements at that time will be created and the question of the emancipatory concepts negotiated therein will be pursued.

Registration until 17.10.: post@district-berlin.com

Wednesday, 24 October 2018, 7 pm
Feminist artistic positions in the mirror of their materialities
Round table discussion with Dr. Gabriele Schor (SAMMLUNG VERBUND, Wien) and Prof. Liz Bachhuber (Bauhaus-Universität Weimar)
Moderation: Dr. Lisa Glauer
Location: alpha nova & galerie futura

Feminist art from 1968 can be defined more precisely not only in terms of its thematic discussions, but also in particular through a new appropriation of media and materials. The emergence of a specifically recognizable aesthetic and expression has also been created by a new self-consciousness, to update materials with a female connotation in the production of art, and to use the female body as the primary medium of self-determination. The round table discussion examines how the concrete entanglement of materiality and media is related to the content and interpretations of feminist art production.

Thursday, 1 November 2018, 7 pm
Experiences, Ruptures, Pespectives: Jewish Feminists on Art and Politics since 68
Presentations and intergenerational round table with Sharon Adler (AVIVA-Berlin, Stiftung ZURÜCKGEBEN), Shlomit Lehavi (Artist), Elianna Renner (Artist), Elżbieta Sternlicht (Pianistin und Lehrbeauftragte Klavier an der Universität der Künste Berlin, Fakultät Musik)
Moderation: Merle Stöver (Stiftung ZURÜCKGEBEN)
Location: alpha nova & galerie futura

This series of (artistic) presentations and an intergenerational round table conversation devotes itself to the perspectives and experiences of Jewish feminists, artists, and cultural workers, who were active in 1968 and afterwards—and who met in a climate that was, also in the left, partially characterized by anti-Semitism, or at the very least was anti-Israeli. To this end, an arc will be drawn into the present in order to find out how Jewish artists and intellectuals position themselves today and which experiences were/are made in different time and social contexts.

Registration until 31.10.: info@stiftung-zurueckgeben.de
In cooperation with Stiftung ZURÜCKGEBEN – Promotion of Jewish Women in Art and Scholarship

Saturday, 17 November 2018, 1:30 – 4 pm
Sound Stone Water – Artistic Forms of Redesigning West Berlin After 68
1:30 pm Moderated walk to the sculpture series around Schlesisches Tor / Kreuzberg
2:30 pm Round-Table at alpha nova & galerie futura

With Prof. Azade Köker (Artist), Prof. Dr. Stefanie Endlich (Commentator on politics and current affairs, Honorary professor UdK), Robert Schmidt-Matt (Sculptor)
Moderator: Martina Kofer (Literary Scholar)
Location and meeting point for the walk: alpha nova & galerie futura

A walk with the artist Prof. Azade Köker to the projects Menschenlandschaft and Cuvrybrunnen, created in the 1980s, is intended to commemorate the artistic and local history of the group of sculptures. At Schlesisches Tor, eight artists enlivened the then barren terrain. Both projects contain stories of the political, artistic, and intercultural coexistence that was specific to Kreuzberg, yet today are largely forgotten. A moderated conversation follows with Azade Köker, Prof. Dr. Stefanie Endlich, and Robert Schmidt-Matt – significant participants in the Kreuzberg art scene.

Thursday, 22 November 2018, 7 pm
Revolt She Felt.
Film(s) and conversation with Karina Griffith (Artist, Curator and Filmmaker)
The filmmaker Claudia von Alemann will also be present for the talk.
Location: alpha nova & galerie futura

In her book Ugly Feelings, Sianne Ngai introduces irritation as an affect of restrained rage. This film program explores how profound irritation, stripped of its ambiguity, was an agent for political change in the film works made in and around 1968 and thereafter. The anchor of this program is the film KATHLEEN UND ELDRIDGE CLEAVER IN ALGIER. Here the two activists develop their ideas about resistance at the Black Panther Party office they formed while in exile in Algiers. Filmed by feminist filmmaker Claudia von Alemann in January 1970, the Cleavers speak through clenched teeth about their political fight, linking it to West German policies. Irritation subverts the stereotypes of the „angry black woman“ or the „hysterical housewife“ to present a more palatable position of prolonged annoyance. Employed in moving image works, the feminist approach of translating anger into irritation is an effective and affective strategy for provoking friction, discourse and an engagement with revolutionary demands.

film program:

DIE KOLLWITZ UND IHRE KINDER
[© HFF, Regie: Christa Mühl, 1971, 10 min]

KATHLEEN UND ELDRIDGE CLEAVER IN ALGIER
[© Alemann Filmproduktion Köln, Regie: Claudia von Alemann,1969, 22 mins]

DIE SCHÖNHEITSVERSCHWÖRUNG
[© DFFB, Regie: Tsitsi Dangarembga, 1994, 14 min]

LANDING
© DFFB/Okpako, Regie: Branwen Okpako, 1995, 10 min]

Thursday, 6 December 2018, 7 pm
1968ff – Art, Feminism, Politics
Book presentation and lecture with PD Dr. Anja Zimmermann (ed. FKW, academic author, ZFG Oldenburg), Valeria Schulte-Fischedick (Art Historian, International Studio Program, Künstlerhaus Bethanien)
Location: alpha nova & galerie futura

Presentation of the latest issue of 1968ff – Art, Feminism, Politics, the magazine for gender research and visual culture. It addresses the history of the publication as a feminist revision and connection to 1968, as well as a concrete example: queer-feminist art criticism before, during, and after 1968, which makes it possible to see that 1968 is not so 68 and post-minimalism is not so post as it initially seems.

events on facebook

Revolt She Said is a cooperation by alpha nova & galerie futura and District Berlin.

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Medienpartnerin

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Mit freundlicher Unterstützung von

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Die Veranstaltung „Erfahrungen, Brüche, Perspektiven. Jüdische Feministinnen
über Kunst und Politik seit 68“ findet in Kooperation mit der Stiftung ZURÜCKGEBEN statt.

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Welcome to Futuristan. 30 Jahre galerie futura

2016 wird alpha nova & galerie futura 30 Jahre alt. Anlass genug, sich den vergangenen wie gegenwärtigen Positionen, Perspektiven und Utopien der Akteurinnen zu widmen; Dialoge zu initiieren, Bögen zu schlagen, sowie nach Kontinuitäten und Brüchen zu fragen. Das Jubiläumsprogramm umfasst die Präsentation des 30jährigen Archivs der alpha nova & galerie futura (Mai-August 2016), begleitet von Veranstaltungen mit Vorträgen, Gesprächen, Filmpräsentationen, Lesungen und Workshops, sowie eine intergenerative Gruppenausstellung im Kunstquartier Bethanien im August 2016. Im Rahmen dieser finden eine Podiumsdiskussion, Performances, Workshops sowie eine Führung durch die Ausstellung statt.

 

Welcome to Futuristan 30 Jahre galerie futura

Ausstellung und Rahmenprogramm im Kunstquartier Bethanien

Schirmfrau: Barbara Straka, Kunsthistorikerin, ehem. Direktorin des Hauses am Waldsee Berlin und Präsidentin a.D. der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig

Ausstellung: 7.8.-27.8.2016
tägl. 14:00-19:00

Eröffnung: 6.8.2016, 19:00
Grußwort Barbara Straka (Schirmfrau)
Grußwort Frau Dr. Kämper (Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen, Leiterin Geschäftsstelle Gleichstellung)
Einführung durch die Kuratorinnen

Projektraum im Kunstquartier Bethanien
Mariannenplatz 2, 10997 Berlin

 

Flyer/Programm_KARTE FUTURISTAN_s

FOTOS ERÖFFNUNG

Interview AVIVA-Berlin vom 18.8.2016

DOSSIER Welcome to Futuristan

Die Ausstellung Welcome to Futuristan bringt Künstlerinnen verschiedener Generationen zusammen und befragt sie nach ihren einstigen wie gegenwärtigen Verständnissen und Wünschen eines selbstbestimmten künstlerischen Schaffen. Dabei werden ihre Vorstellungen von Arbeits- und Lebensbedingungen jenseits von Ungleichheit, Diskriminierung und Prekarität sowie von gesellschaftlichen (Gegen)Entwürfen thematisiert – letztendlich ihre Visionen vom „idealen Leben“. Nicht nur in Anknüpfungen an feministische Kunstkonzepte und Repräsentationspraxen der 1970er und 80er Jahre stellt sich wieder neu die Frage nach den subversiven Potenzialen von Kunst. Wie steht es heute um Bedürfnis und Notwendigkeit, Strukturen des Kunstbetriebes und gesellschaftliche Normen mit irritierenden Blickwinkeln, verstörenden Ästhetiken und auf Veränderung zielenden Standpunkten zu begegnen? Welche Medien, Materialitäten, spielerische wie kämpferische Formate und Strategien werden dazu entwickelt und/oder wiederentdeckt? Wie positionierten und positionieren sich feministische Künstler_innen angesichts globaler Krisen und existenzieller gesellschaftlicher Umbruchsituationen? In der Auseinandersetzung mit emanzipativen Utopien zielt die Ausstellung auch darauf zu ergründen, welche unterschiedlichen Verständnisse der Begriff „Utopie“ im Rahmen künstlerischen Produzierens heutzutage – noch – erfährt und was eventuell an seine Stelle tritt. In diesem Sinne bringt die Ausstellung heterogene Stimmen von Frauen zusammen, die sich fragen wie Futuristan aussehen könnte, was es ausmachen würde und welche Veränderungen dafür voraussetzend wären. Mit den Medien Video, Sound, Installation, Objektkunst, Fotografie und Performance entwerfen die Künstlerinnen ihre jeweiligen Perspektiven auf Futuristan.

The exhibition Welcome to Futuristan brings artists of different generations together and asks them about their former as well as contemporary understanding of and desires in relation to a self determined artistic practice. Ideas about work and life conditions inequality, discrimination and precarity as well as social counter designs are discussed – in the end, it is about their vision of an “ideal life“. It is not only in connection to feminist art concepts and representational practice of the 1970s and 1980s that once again the question about the subversive potential of art arises.  What is currently the situation in terms of need and necessity for confronting the structures of the art system and social norms with irritating viewpoints, disturbing aesthetics and points of view that have as a goal change? What media, materiality, playful as well as combative formats and strategies are developed and or rediscovered for this? How have feminist artists positioned and how are they positioning themselves in light of global crisis and existential social upheaval? By dealing with emancipation utopias the exhibition also has as goal to discover the varied concepts the term utopia has within the framework of artistic production through today – and what eventually might replace it. In this sense the exhibition brings together heterogeneous voices of women that ask themselves what Futuristan might look like, what it might be and what changes would be a precondition for this. With video, sound, installation, object based art, photography and performance the artists design their respective positions for Futuristan.

Künstlerinnen: Nathalie Anguezomo Mba Bikoro, Anna S. von Holleben, annette hollywood, Verena Kyselka, Katharina Lüdicke, Dorothea Nold, Raha Rastifard, Elianna Renner, Gisela Weimann

Veranstaltung/Ausstellung auf FACEBOOK

Nathalie Mba Bikoro, Future Monuments, 2015

Nathalie Mba Bikoro, Future Monuments, 2015

BAU_DEINE_ZUKUNFTS(T)RÄUME
Künstlerischer Workshop mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu Utopien und Zukunftsvorstellungen, angeleitet von annette hollywood und Marisa Maza, gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung, Programm: Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung
08.08.-13.08.2016

Kuratorinnen- und Künstlerinnenführung
Die Kuratorinnen und Künstlerinnen führen durch die Ausstellung und laden zum Gespräch ein.
13.8.2016, 16:00

If You Fail To Cross The Rubicon
Performance von Nathalie Anguezomo Mba Bikoro
im Rahmen des Project Space Festivals
18.8.2016, 18:00

Fotos Performance

Feministische Räume in Kunst und Politik. Ein generationsübergreifendes Gespräch
25.8.2016, 19:00

Podiumsdiskussion mit:
Sharon Adler, Gründerin und Herausgeberin von AVIVA-Berlin – Online Magazin für Frauen, Fotografin, Vorstandsvorsitzende der Stiftung ZURÜCKGEBEN – Förderung jüdischer Frauen in Kunst und Wissenschaft
Madeleine Bernstorff, Filmkuratorin, Filmemacherin, Autorin, Dozentin
Teena Lange, Kuratorin für Performance Kunst, Künstlerische Leiterin Grüntaler9, Mitglied im Rat für die Künste
Sandrine Micossé-Aikins, Kuratorin, Kunstwissenschaftlerin, Aktivistin, Geschäftsleitung Kubinaut – Berliner Projektfonds kulturelle Bildung

Moderatorin: Dr. Marie-Anne Kohl (Universität Bayreuth, Co-Leiterin alpha nova & galerie futura 2012-2015)

In Kooperation mit dem Kunstraum Kreuzberg/Bethanien

Katharina Lüdicke, Utopische Behausung, Bernauer Straße, 2009

Katharina Lüdicke, Utopische Behausung, Bernauer Straße, 2009

Welcome to Futuristan. 30 Jahre galerie futura

Das erlebbare Archiv der alpha nova & galerie futura

18.5.- 30.7.2016, Do 13.00-19.00, Fr-Sa 16.00-19.00
10.8.-27.8.2016 nach Anmeldung: mail@alpha-nova-kulturwerkstatt.de

Programmflyer: Archiv_Karte_web

Interview project space festival 17.8.2016

02_Drächin Futura

Drächin Futura, Symbol galerie futura seit 1986

Das Archiv von alpha nova & galerie futura wird in Form einer mobilen Struktur mit Bildern, Texten, Katalogen, Dokumenten, Objekten und audiovisuellen Medien unter der Mitarbeit von Künstler_innen, Autor_innen und Theoretiker_innen zwischen Mai und August gesichtet, aufgearbeitet und erstmalig öffentlich zugänglich. Aus den Materialien entsteht eine installative Arbeit, die in prozesshafter und wandelbarer Form die unterschiedlichen Medien in Disposition setzt. Dadurch werden die Geschichten, künstlerischen Biographien und Werke im Wandel und Wirken des Kunstraums spannungsvoll visualisiert. alpha nova & galerie futura hat mehrfach den Standort innerhalb Berlins gewechselt: von Zehlendorf, nach Friedenau bis auf die Grenze zwischen Kreuzberg und Treptow. Ein Fokus der Aufarbeitung liegt darin, die jeweiligen Verbindungen und Bezüge der Galerie zu ihren wechselnden lokalen Umfeldern sichtbar zu machen.
Einladungskarte zur Ausstellung „Künstlerinnen des Künstlersonderbundes in Deutschland – Realismus der Gegenwart“, galerie futura 2005

Einladungskarte zur Ausstellung „Künstlerinnen des Künstlersonderbundes in Deutschland – Realismus der Gegenwart“, galerie futura 2005

Künstlerinnen International
Videoinstallation und Gespräch mit der Künstlerin Michaela Melián
19.5.2016, 19:00

Film als Experiment. Experimental- und Avantgardefilm von Frauen –
Einblicke in eine besondere Sammlung

Vortrag, Gespräch und Filmpräsentationen von und mit Prof. Dr. Annette Brauerhoch
9.6.2016, 20:00

Wikipedia-Seminare für Frauen* in Kunst und Kultur// Art and Feminism
Workshops mit Wikimedia e.V. und Anett Vietzke
Einführungsworkshop: 18.6.2016, 11:00-18:00
Edit-A-Thon: 9.7.2016, 6.8.2016 und 20.8.2016

Feministische Manifeste: Eine Anleitung zur utopischen Spekulation
Lese- und Diskussionsabende, kuratiert von Felicita Reuschling: 30.6.2016, 7.7.2016 und 14.7.2016, 19:00
Workshop: 14.8.2016, 15:00-18:00 mit ninotschka in Kooperation mit v.a.m.p.s. und Joel Vogel

Blick zurück am Küchentisch
Präsentation des Archivs
Gespräch mit Künstlerinnen und Akteurinnen der alpha nova & galerie futura und Barbara Straka (Schirmherrin Jubiläumsausstellung „Welcome to Futuristan“)
16.7.2016, 16:00

 

Hintergrund
Das Projekt FUTURA – Weibliche Visionen in Kultur, Politik und Kunst wurde 1986 in einer politischen Umbruchsituation, dem Jahr der Umweltkatastrophe von Tschernobyl, als experimenteller Ort für gesellschaftliche Gegenentwürfe gegründet. Im Rahmen des Projektes FUTURA bildete die galerie futura einen besonderen Schwerpunkt. Sie wurde zum Laboratorium, um herrschenden Kunstbetriebslogiken eigene Strukturen, Räume und (Re)Präsentationsmöglichkeiten explizit für Künstlerinnen entgegenzusetzen. Die Gründerinnen gehörten vorwiegend der 68er Generation an. Sie waren Repräsentantinnen der zweiten Frauenbewegung und ihrem internationalen Engagement im Kontext der Frauen-Friedens-Bewegung. Zum Symbol für den Widerstand der Frauen nach Tschernobyl in Berlin wurde die Drächin FUTURA, die als Kunstobjekt vielen Demonstrationen vorangetragen und zur Namensgeberin des Projektes und der Galerie gewählt wurde. Das Motto des Jubiläumsjahrs greift unter dem Titel „Welcome to Futuristan“ dieses Thema wieder auf, schlägt den Bogen zu heute und verweist implizit auf die Zukunft.


Welcome to Futuristan. 30 Jahre galerie futura wird kuratiert von Uta Koch-Götze (Gründerin und Leiterin von alpha nova & galerie futura 1986-2011), Katharina Koch (Co-Projektleiterin seit 2012), Dorothea Nold (Co-Projektleiterin seit 2015)

Medienpartnerin

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„Welcome to Futuristan“ wird gefördert von der Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen – Geschäftsstelle Gleichstellung, unterstützt mit Mitteln aus dem Bezirkskulturfonds des Bezirkes Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin sowie der Gerda-Weiler-Stiftung

Logo Gerda Weiler Stiftung kompakt 2010

Mit freundlicher Unterstützung von EIDOTECH GmbH und Goethe-Institut.

 


Die Veranstaltung „Feministische Positionen in Kunst und Politik. Ein generationsübergreifendes Gespräch“ findet in Kooperation mit dem Kunstraum Kreuzberg/Bethanien statt.

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Prekäre Kunst: Protest & Widerstand

Ausstellung (12.09.-16.10.15), Film + Gespräch (16.09.15), Spoken Word (18.09.15), Symposium (26./27.09.15)

Flyer / Programm (pdf)

Fotos Ausstellung „The Company We Keep“

Fotos Symposium „Prekäre Kunst: Protest & Widerstand“

Videos der Symposiumsvorträge (26.9.& 27.9.2015)

Katalog „Prekäre Kunst:Protest & Widerstand“(prekäre Kunst Katalog_spread)

Katalog als Printversion (2,00 EURO) zu bestellen unter mail@alpha-nova-kulturwerkstatt.de

facebook

Die Ausstellung und Veranstaltungsreihe „Prekäre Kunst: Protest & Widerstand“ setzt sich mit Fragen nach strukturellen und Alltagsrassismen im Berliner Kunstbetrieb auseinander. Dafür beschäftigen sie sich zentral mit Fragen von Intersektionalität, d.h. mit dem Zusammenwirken mehrerer Identitätsmerkmale (z.B. race und gender), die nicht einzeln sondern an den Schnittflächen, also Intersektionen, untersucht werden müssen. (vgl. Crenshaw 1991)
Es geht darum, diese sozialen Konstruktionen als Diskriminierungsformen in ihrer Ganzheit tatsächlich zu begreifen. Dazu greifen wir den von der US-amerikanischen feministischen Wissenschaftlerin und Aktivistin bell hooks formulierten Ansatz auf, die Strukturen Imperialismus, Patriarchat, weiße Vorherrschaft und Kapitalismus immer in ihrer Verknüpfung und Interaktion zusammenzudenken. Diesen Ansatz möchten wir als Ausgangspunkt nehmen, um den Berliner Kunstbereich als ein von weißen, nicht-migrantischen, meist männlichen Akteur_innen dominiertes Handlungsfeld einer kritischen Bestandsaufnahme und Befragung zu unterziehen.
Schwarze Künstlerinnen und Kuratorinnen sowie Künstlerinnen und Kuratorinnen of Color sind in diesem Handlungsfeld, mit wenigen Ausnahmen, weder Entscheidungsträgerinnen, noch gibt es eine gewichtige Anzahl von selbstgestalteten Räumen, in denen sie sich präsentieren können beziehungsweise sich repräsentiert fühlen. Sie erfahren diese Strukturen nicht nur als rassistisch, sondern auch als geschlechterdiskriminierend und erleben so ihr Arbeitsfeld „Kunst“ in mehrfacher Hinsicht als ausschließend und prekär.
Anhand der Frage nach Möglichkeiten der Aneignung, Unterwanderung oder dem Produzieren alternativer Kontexte soll ein Dialog über die verschiedenen Strategien entstehen, wie kulturschaffende Schwarze Frauen und Frauen of Color strukturellem Rassismus, Alltagsrassismus, Sexismus und den Erfahrungen von Marginalisierung und Nicht-Repräsentation im weißen Kunstbetrieb entgegenwirken (können). Strategien können angewandt werden, um Protest auszudrücken, sie können aber auch widerständig sein, indem z. B. eigene Strukturen/Räume geschaffen werden.
Gleichzeitig soll darüber beraten werden, inwiefern (Kunst-)Räume wirkliche Inklusion ermöglichen können und welche solidarischen Praxen dafür Voraussetzung sind. Das beinhaltet auch eine kritische Selbstbefragung und Reflexion weißer Akteur_innen des Kunstbereichs nach realen Perspektiven, „ihre“ Räume und somit ihre Privilegien zur Disposition zu stellen.
Das Projekt möchte diskriminierende Strukturen und Repräsentationspraktiken markieren, aufbrechen und langfristig verändern. Durch die rassismus- und sexismuskritische Auseinandersetzung soll eine nachhaltige Diskussion über Möglichkeiten inklusiver, solidarischer Praxen sowie die Bildung von Netzwerken und Allianzen gestärkt werden. Wir erhoffen uns nicht nur punktuellen Austausch, sondern eine fortführende Zusammenarbeit mit den Teilnehmenden zu initiieren. Es sollen nicht nur Akademiker_innen und „Expert_innen“ erreicht werden, sondern durch die Verknüpfung verschiedener künstlerischer, aktivistischer und wissenschaftlicher Formate ein vielfältig engagiertes und interessiertes Publikum.

The exhibition and event series “Precarious Art: Protest and Resistance” confronts the subject of structural and everyday racism within the Berlin art establishment. At the center of this inquiry is the concept intersectionality, meaning the interaction of various identifying characteristics (e.g., race and gender) that must be examined at their intersections rather than individually. It is necessary to effectively recognize these social constructs, in their entirety, as forms of discrimination. For this purpose we use an approach cemented by bell hooks, the US American feminist academic and activist, that consistently connects the structures of capitalism, imperialism, patriarchy and white supremacy in their entanglement and interaction. We would like to use this approach as our point of departure in order to subject the Berlin art establishment as a white, non-migrant, mostly male-dominated domain to a critical review and survey. With few exceptions, black women artists and women artists of color are not the decision makers in this sphere of activity. Further, there are few spaces in which they can present their work or in which they feel represented. They experience these structures not only as racist but also as sexist and therefore encounter their work area, “art”, in many respects as exclusionary and precarious.
On the basis of the question of possibilities to adopt, infiltrate, or produce alternative contexts, a dialogue on the different strategies should emerge, how Black women and women of color, as creative artists, can counteract structural racism, everyday racism, sexism, as well as their experiences of marginalization and non-representation in a white art establishment. Strategies can be practiced as an expression of protest; they can also implemented in form of resistance through creating new structures and spaces. At the same time, it should be discussed to what extent (art) spaces can provide true inclusion and what solidarity practices are imperative to do so. This discussion will include a critical self-analysis and reflection of actual perspectives on the part of white actors in the art scene in order to put their spaces and thereby their privilege at disposal.

The project seeks to highlight, break down, and introduce long-term changes in discriminating structures and representation practices. With an examination of racism and sexism, an enduring discussion should be strengthened around possibilities for more inclusive and joint practices as well as the formation of networks and alliances. We hope to achieve more than an exchange at one point in time, rather we strive for a continued discussion with participants. In bringing together varying formats in art, activism and academia, we aim to engage a diverse audience.

Programm

Ausstellung THE COMPANY WE KEEP (12.09.-16.10.2015)

Installation – Malerei – Video

Melody LaVerne Bettencourt, Karina Griffith, Lerato Shadi

Eröffnung / Opening : Sa., 12.09.15, 19:00
Artist Talk (engl. / dt.): Sa., 12.09.15, 20:00

In ihren Arbeiten beschäftigen sich die Künstlerinnen mit den Themen Rassismus und Marginalisierung Schwarzer kulturschaffender Frauen und Frauen of Color sowie mit Strategien der Selbstermächtigung.

http://melodylavernebettencourt.com/
www.karinagriffith.com/
www.lerato-shadi.net/

Film + Gespräch
Mi., 16.09.15, 19:00

ERIS
36 min., UK 2012, engl.
Regie: Claire Hooper

„An exploration of strength, tracing the experiences of Danielle Marie Shillingford, a woman who has lost and struggles to regain custody of her children. In the film, the slippages between Danielle and her god-like alter ego Eris, the goddess of strife and discord, create a continuous blurring between the fantastical, the superhuman and the absolutely mundane.“ (Claire Hooper)

Publikumsgespräch mit der Schauspielerin Danielle Marie Shillingford. (engl.)

www.iffr.com/professionals/films/eris/
www.ica.org.uk/whats-on/performance-eris-path-er-claire-hooper

Spoken Word
Fr., 18.09.2015, 19:00

mit Bahati, Chantel C. und Njideka

Das Genre Spoken Word hat seine Wurzeln in der mündlichen Überlieferung. Es kann sowohl Elemente von Musikrichtungen wie Rap, Hip Hop, Jazz, Rock, Blues und Folk als auch Konzepte aus den Bereichen Theater und Geschichtenerzählen beinhalten. Charakteristisch spielerisch im Rhythmus und Wortspiel sowie in der Wiederholung und Improvisation konfrontiert Spoken Word oft Themen der sozialen Gerechtigkeit, Politik und Community.

Symposium
Sa., 26.09.15 und So., 27.09.2015
Das Symposium ist interdisziplinär angelegt und bringt sowohl Wissenschaftlerinnen als auch Kulturschaffende, Künstlerinnen und Aktivistinnen zusammen. Dabei werden Vorträge, Podiumsdiskussionen und Filmvorstellungen angeboten, die sich mit Themen des strukturellen sowie des Alltagsrassismus im Kunstbetrieb auseinandersetzen. Ziel ist es, Strategien und solidarische Praxen auszuloten, um rassistischen Strukturen entgegenzuwirken.

26.09.2015: Wann Protest, wann Widerstand? (10:00-18:00)

Protest und Widerstand stehen beide am Anfang sozialer Veränderungen. Dabei findet Protest innerhalb, Widerstand außerhalb der bestehenden hegemonialen Strukturen statt. Wann und unter welchen Bedingungen erscheint die eine, wann die andere Strategie sinnvoll und wirksam?

10:00 Begrüßung / Einleitung
Dr. Stacie CC Graham, Katharina Koch, Anne Kohl (Kuratorinnen)

10:30 Race, Precarity And Artistic Labour In Berlin
Dr. Onur Suzan Nobrega (Medien- und Kulturwissenschaftlerin)

12:15 Being is one thing… – Protest und Widerstand
Sandrine Micossé-Aikins (Kunstwissenschaftlerin, Kuratorin, Aktivistin)

14:40 Film / Diskussion: Die Umzüge (07 min.,  D 2013)
Karina Griffith (Künstlerin)

The film is a non-verbal exploration of the filmmaker’s reaction to witnessing blackfacing in Germany: one of confusion, fear, anger and compassion.
http://www.karinagriffith.com/#die-umzuge-crude-processions

15:15 Performanz analysieren im karibischen Raum
Dr. Daniele Daude (Theater- und Musikwissenschaftlerin, Violinistin, Aktivistin)

17:00 Podiumsdiskussion: Wann Protest, wann Widerstand? mit Dr. Daude, Micossé-Aikins, Dr. Nobrega

Moderatorin: Rena Onat (Kunst- und Medienwissenschaftlerin, Gender Studies)

27.09.2015: Die Illusion der Post-Gender und Post-Racial Gesellschaft (13:00-19:30)

Ist es möglich nur noch über Dynamiken, Prozesse und Strukturen zu sprechen, ohne auf die spezifischen Parameter der einzelnen Identifikationsmerkmale einzugehen? Mit dem Fokus auf Intersektionalität soll das Ineinanderwirken dieser Strukturen befragt werden. Dabei stehen u.a. Berliner Kunsträume, insbesondere so genannte off spaces, die sich häufig als aktivistisch verstehen, sowie deren Strukturen und Repräsentationspraktiken zur Diskussion.

13:00 Begrüßung und Zusammenfassung des 1. Tages

13:15 Weiße Räume öffnen?! Von Repräsentationskritik zu Selbstrepräsentation – Möglichkeiten und Grenzen. Praxiserfahrungen einer Kuratorin of Color
Iris Rajanayagam (Kuratorin, Wissenschaftlerin)

15:00 I am a white academic feminist artist. I’ve got no reason to cry
Julia Lemmle (Coach, Performerin, Aktivistin)

16:30 Film / Diskussion: PAST PRESENT TENSE (32 min., D 2014-15, dt. mit engl. UT)
Christa Joo Hyun D’Angelo (Künstlerin)

The video essay examines the idea of German nationality and it’s racial borders within German society.
www.christajdangelo.com

Publikumsdiskussion (engl.)

18:00 Abschlussdiskussion mit Bettencourt, D‘Angelo, Dr. Daude, Griffith,  Lemmle, Micossé-Aikins, Dr. Nobrega, Rajanayagam, Shadi.  (dt./engl.)

Moderatorinnen: Kuratorinnenteam (Dr. Stacie CC Graham, Anne Kohl, Katharina Koch)

Musik
So., 27.09.2015, 20:00

mit 3 women
Jeannine Mayani, Gonza Ngoumou,  Bona Ngoumou

www.3womenandthebass.com/

 

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Kurzbiographien Teilnehmer*innen

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„Prekäre Kunst: Protest & Widerstand“ wird kuratiert von: Dr. Stacie CC Graham (Graham ‘N Graham), Katharina Koch & Anne Kohl (alpha nova & galerie futura)

Gestaltung und kuratorische Assistenz: Dorothea Nold

 

Medienpartnerin

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„Prekäre Kunst: Protest & Widerstand“ wird gefördert durch

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Das Symposium  findet in Kooperation mit dem Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung statt.

 

 

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Workshop Kunst Krise – feministische Positionen

8.11.-9.11.2014, 10:00 – 18:00

Konzept

Mit dem Workshop möchten wir aus feministischer Perspektive den Berliner Kunstbereich, in dem wir uns in unterschiedlicher Weise bewegen und zu dem wir uns zugehörig fühlen, als prekäres Arbeitsfeld befragen. Dass die Arbeitsbedingungen von vielen Kulturschaffenden immer prekärer werden ist kein neues Phänomen und geht einher mit der generellen Prekarisierung vieler Arbeits- und Lebensbereiche durch steigende Mieten, unzureichende Entlohnung, unsichere Bedingungen und Reduzierung sozialer Leistungen und Förderungen, um nur einige Aspekte zu nennen.

Mit diesen Entwicklungen, die wir mit dem Begriff Krise fassen möchten, haben sich in den letzten Jahren bereits Akteur_innen aus Kunst, Kultur, Aktivismus und Wissenschaften in zahlreichen kritischen Auseinandersetzungen, Diskussionen und Debatten beschäftigt und daraus unterschiedliche Strategien und Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln versucht.

Wir wollen deshalb nicht erneut nur die prekären Bedingungen thematisieren, sondern die anhaltende Krise als Ausgangspunkt nehmen, um sie hinsichtlich ihrer produktiven und kreativen Potenziale zu untersuchen. Dazu möchten wir gemeinsam potentielle (queer-)feministische Perspektiven und Ansätze ausloten und sie als Möglichkeiten politischen Agierens diskutieren und stark machen. Basis einer solchen feministischer Perspektivierung bildet für uns die kritische Auseinandersetzung mit machtvollen Strukturen und ungleichen Zugangsbedingungen, die auf Gender, race, auf sozialen, kulturellen und religiösen Hintergründen von Akteur_innen basieren, sowie mit Ein- und Ausschlüssen, die den von uns adressierten Kunstbereich strukturieren. Welche Rolle spielt etwa Gender in den generellen Diskussionen zu Kunst und Krise, welche Ausschlüsse würde wiederum eine Fokussierung auf Gender reproduzieren? Diesen Auseinandersetzungen sollte die Reflexion über unsere eigene Involviertheit und Reproduktion dieser Strukturen immanent sein. Gleichzeitig geht es darum, Formen von Solidarität und Kollektivität auszuloten und stark zu machen sowie Strategien zu entwickeln, um in die herrschenden krisenhaften Verhältnisse und Strukturen zu intervenieren und diese herauszufordern. Wie kann „die Krise“ (globale ökonomische und gesellschaftliche Krise) effektiv genutzt werden, um vice versa sich verschärfende gesellschaftliche Ungleichheitsverhältnisse in die Krise zu bringen?

 Umsetzungsformat

Für das gemeinsame Eintauchen in die Thematik bieten wir einen zweitägigen Workshop an. Im ersten Teil des Workshops steigen wir mittels vier kurzer Inputreferate von Chantel C, Inga Zimprich, Sandrine Micossé-Aikins und Katharina Koch mit Anne Kohl ein. Im Anschluss werden deren Fragestellungen in Kleingruppen in Anlehnung an das Format eines „World-Cafés“[1] bearbeitet und abschließend deren Ergebnisse in der großen Runde zusammengetragen und Gemeinsamkeiten und Differenzen diskutiert.

1. Input „Community“ (Chantel C)

Im Sinne von Cathy Cohens als radikal bezeichneter Theorie wären Schwarze, POC und queere Künstlerinnen stärker, wenn sie gezielter zusammen arbeiten würden. Auf der anderen Seite haben diese Communities unterschiedliche Interessen und Bewegungen, die sie vertreten. Was ist möglich, was ist sinnvoll? Wie wird das unter Berücksichtigung von Intersektionalität verstärkt oder gelindert?

2.Input „Feministische (Kunst-)Räume heute“ (Anne Kohl/ Katharina Koch)

Welche ideellen Ansprüche verknüpfen sich heute mit der Produktion feministischer (Kunst-)Räume, und mit welchen Realitäten werden diese konfrontiert? Die alltägliche praktische Arbeit lässt uns regelmäßig auf Grenzen stoßen die uns daran erinnern, selbst Teil von machtvollen Strukturen zu sein, die explizite und implizite Ausschlüsse (re-)produzieren. Diese Grenzen betreffen u.a. Fragen von fairer Bezahlung und prekären Arbeitsbedingungen, vom Pro und Contra, sich kunstmarktorientiert auszurichten, sowie die Frage nach den tatsächlichen (aktiv teilhabenden) Akteur_innen dieser Räume. Was bedeutet in diesen Zusammenhängen eine solidarische Praxis? Im Workshop wollen wir gemeinsam den Widersprüchen begegnen sowie über Visionen und realistische Möglichkeiten diskutieren.

3. Input „Problematisierung des westlichen Kunstkanons“ (Sandrine Micossé-Aikins)

Schwarze und POC Künstlerinnen definieren ihren Erfolg als Künstlerinnen oft anders und verfolgen dementsprechend verschiedene Strategien, ihre Visionen umzusetzen. Jedoch ist eine Künstlerin erst dann von der herrschenden Meinung als erfolgreich zu bezeichnen, wenn ihre Kunst auch im Rahmen des weiß-europäischen Kunstkanons weit verbreitete Anerkennung erlangt. Somit wird die Frage immer wieder aufgeworfen und diskutiert, ob Schwarze und POC Künstlerinnen ihre eigenen neuen Räume schaffen sollten, um sich endgültig von der Akzeptanz eines veralteten Ideals, das immer noch für die Unterdrückung nicht-weißer Menschen steht, zu befreien? Oder lohnt es sich, die Aufmachung der alten, rigiden und noch allgemein gültigen Strukturen anzustreben?

4. Input „Wie arbeiten wir in selbstorganisierten Gruppen?“ (Inga Zimprich)

Im Kunstfeld wird ein Großteil nicht als Arbeit gekennzeichneter Tätigkeiten von Frauen geleistet. Insbesondere das Erhalten und Pflegen von Strukturen und der Community übernehmen Frauen auch im nicht-kommerziellen und selbstorganisierten Bereich oft ohne Bezahlung oder unterbezahlt. Forderungen nach Ausstellungshonoraren decken diese Tätigkeiten nicht ab. Wie gelingt es uns, von dieser Arbeit zu sprechen und sie anzuerkennen? Im Versuch, uns gegen prekäre Arbeitsverhältnisse zu wehren, arbeiten wir in Gruppen und Kollektiven. Doch gesellschaftlicher und ökonomischer Druck wirkt auch in unsere selbstgewählten Arbeitsbeziehungen hinein, insbesondere in einem so grundsätzlich durch Beziehungen und Informalität geprägten Feld wie der Kunst. Wie gehen wir in Gruppen mit Misstrauen, Wettbewerb und Konkurrenz um? Welche Mittel haben wir, sie zu adressieren und so ein langfristiges, gemeinsames Arbeiten zu ermöglichen?

Im zweiten Teil des Workshops soll das gesammelte Wissen konkret ausgearbeitet werden. Ziel ist das gemeinsame Erarbeiten eines Zines. Die Beiträge für das Zine können in einzelnen AGs entstehen, z.B. ein kurzer Text mit Begriffsdefinitionen, ein politisches Manifest, ein Brettspiel oder Formulierungen von Strategien, Taktiken und Praktiken. Das Zine soll im Rahmen des für 2015 von Chantel C und alpha nova & galerie futura geplanten Symposiums zum Thema „Women Artists of Color in Berlin“ vorgestellt werden.

Workshop-Teilnehmende
Für den Workshop laden wir gezielt eine Gruppe von ca. 20 Teilnehmenden ein, die sich in ihrer Praxis auf unterschiedliche Weise bereits mit den angesprochenen Themenfeldern auseinandergesetzt haben.

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VAGINALE 2014

Das Festival für untenrum: Ausstellung und Veranstaltungsreihe kuratiert von Pussystübchen und sissi ♥ ♥ zweizwei

Vernissage: 01.02.2014, 20:00
Ausstellungsdauer: 02. Februar – 28. Februar 2014
Öffnungszeiten während der Veranstaltungen sowie nach Verabredung

– no one turned away for lack of pussy but assholes will be kicked out –

VAGINALE

Programm:

Sa, 1.2., 20:00: Vernissage  mit Kunst von Sissi (zweizwei.com) – pussi ist programm – als langjährige tropfsteinhöhlenführerin & enkel einer hebamme, die weit über 30 000 mösen in rumänien & brd studiert hat. in der ausstellung der VAGINALE 2014 zeigt sissi ♥ ♥ visuelle interpretationen von pussis, entstanden nach genitalspender*innenaufrufen – in malerei, zeichnung, fotografie/streetart & film.

+ Audioinstallation von quEAR – dem transtonalen Ohrenfest

Vernissage u.a. mit Konzert von Strawberry Kaeyk und Performancekunst von Jenny Wan Tale und Ann Antidote

Mi, 12.2., 19.30: „Der Schwangerschaftsabbruch gehört zum Leben dazu“. Ein Abend mit Film und Talk von Sarah Diehl

Vortrag und Film zum Recht auf Abtreibung international.
In den meisten Ländern ist der Schwangerschaftsabbruch immer noch illegal oder aufgrund seiner Stigmatisierung nicht zugänglich. Weltweit sterben etwa 48.000 Frauen aufgrund dieser Illegalisierung, etwa 5 Mio. tragen schwerwiegende Gesundheitsschäden davon. Weltweit versuchen Konservative, mit der Fokussierung auf die Rechte des Embryos, die Lebensrealität und die Bedürfnisse von Frauen unsichtbar zu machen.

Der Vortrag gibt einen Überblick über die Gesetze und Bewegungen, die Frauen davon abhalten ein selbstbestimmtes Leben führen zu können.
Im Anschluß präsentiert Sarah Diehl ihren Film „Abortion Democracy – Poland/South Africa“:

„Abortion Democracy: Poland/South Africa“
Deutschland 2008, 50 min.
Sprache: Englisch/Polnisch mit deutschen Untertiteln
Regie: Sarah Diehl

Warum ist der Zugang zu einer illegalen Abtreibung in Polen leichter als zu einer legalen Abtreibung in Südafrika? Der Film vergleicht die politischen, legislativen und gesellschaftlichen Entwicklungen bezüglich des Schwangerschaftsabbruchs in den Ländern Polen und Südafrika.
http://www.abortion-democracy.de/

Sarah Diehl ist Schriftstellerin und Dokumentarfilmerin und arbeitet seit acht Jahren zu reproduktiven Rechten von Frauen weltweit.

So, 16.2., 16:00: Pussystübchen

Ein PUSSYSTÜBCHEN klingt gemütlich und ist es auch: die Besucher_innen können sich über Anatomisches, Historisches oder Gesundheitliches informieren, in einer Heftchen-Sammlung stöbern oder ein Pussyportrait mit der Polaroid machen.

Das PUSSYSTÜBCHEN glänzt außerdem mit einer beeindruckenden Pussysammlung, die eben von den Anwesenden gebastelt wurden und werden. Alle möglichen Materialien stehen dafür bereit: Farbe, Tacker, Stoffreste, Klebepistole, Gummischläuche, Holzscheiben, Glitzer, Schaumstoff, Kartoffeln und vieles mehr. Die bereits fertigen Exponate können bewundert werden, ihre Schönheit und Vielfalt ist atemberaubend.
Zur Stärkung danach gibt es Pussykuchen, nach preisgekröntem Rezept bereitet. Alles rund ums Thema Pussy soll sich mischen: Expert_innenwissen, sich austauschen, Fragen stellen, Bilder malen, Listen machen. Das PUSSYSTÜBCHEN ist eine Installation und Veranstaltung von Pia Thilmann und Mimi Vogt, erstmals 2005 beim LFT in Berlin gestartet, 2006 nochmal in Berlin wiederholt, nach San Francisco und Kopenhagen gewandert, um 2007 wieder nach Berlin zurückzukehren, zum Mösenmonat März und ins Schwule Museum. Dann ging’s nach Graz, in die Berliner Bastelleria und ins Silver Future und nun laden wir ein in die Galerie Futura!

Mi, 26.02., Workshop/Talk zu Testopussies und Neovaginas
mit Kay Garnellen
(Infos und Zeit folgen!)

Fr, 28.2., Finissage

ab 18:00 Filmscreening:
u.a. mit PUSSY TALKS von Magda Wystub D 2014, ca. 15 min Schamlippen, Schamhaare, Schamhügel. Echt jetzt? Ein dokumentarischer Kurzfilm über eine gesellschaftlich verordnete Schamzone und das Wiederentdecken eines Körperteils, der im Alltagsdiskurs unserer vermeintlich emanzipierten Welt viel zu wenig positive Beachtung erfährt.

ab 20:00 sexpositive, cunt-loving performances (18+)
u.a. mit kay garnellen & sadie lune, annemarie schalk-scheibe
& Musik auf den Plattentellern von Viehöhlala Vabulous

mehr infos:

https://www.facebook.com/events/645143978880930/?fref=ts

Die Vaginale 2014 findet in Kooperation mit dem Verein alpha nova-kulturwerkstatt. Weibliche Visionen in Kultur, Politik und Kunst e.V. statt. Sie wird nicht aus Mitteln der Senatsförderung für Frauen- und Gleichstellungspolitik finanziert.

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fashion x – Genderkritische Perspektiven auf Kleidung und Mode

3.7.-13.7.2013 (Programm)

Bilder Eröffnung „fashion x“ am 5.7.2013

Bilder „Inspired by life“ und „Akelarre Cyborg“ am 6.7.2013

Bilder „Mode im Spigel ihrer Produktion“ am 11.7.2013

Bilder DRESSED FOR DISCOURSE – diskursive Modenschau am 13.7.2013

CALL FOR LABELS

"beyond fashion" , Susanne A. Friedel

„beyond fashion“ , Susanne A. Friedel

fashion x ist eine zweiwöchige Veranstaltungsreihe im Juli 2013 mit Vorträgen, Round-Tables, Filmpräsentationen, Workshops, Performances und einer „diskursiven Modeschau“ sowie einer Ausstellung der Fotostrecke „beyond fashion“ von Susanne A. Friedel.

Kleidung scheint uns auf den ersten Blick als etwas rein Alltägliches. Und selbst wenn wir uns jeden Tag neu entscheiden, was wir zu welchem Anlass bzw. in welchen Situationen tragen wollen oder uns angemessen erscheint, treffen wir die Wahl meistens ohne tiefere Reflexion darüber. Sie gehört zu unseren alltäglichen Routinen. Erst ein zweiter Blick macht deutlich, wie eng unsere Wahl mit Bedeutungen verknüpft ist, die weit über die individuelle, scheinbar freie Entscheidung hinausgehen. Kleidung ist identitätsstiftend. Durch sie markieren wir bestimmte Lebensstile bzw. kulturelle Praxen, denen wir uns zugehörig fühlen (sei es z.B. im religiösen, sozialen, politischen, subkulturellen oder geschlechtsspezifischen Sinne) und machen gleichzeitig deutlich, gegen welche wir uns abgrenzen. Entsprechende Auswahlkriterien liegen der Wahl auch dann zugrunde, wenn diese nicht bewusst getroffen wird. Und wir alle haben gelernt, entsprechende Codes in unsere Kleidung und die unserer Gegenüber hineinzulesen. Kleidung wird somit zum ‚Mittel der Distinktion‘ (Pierre Bourdieu). Und hier kommt die Mode ins Spiel: Denn erst sie ordnet Kleidung in konsumtaugliche Kategorien, indem sie ihr jeweils bestimmte Attribute zuschreibt, nach denen wir sie dann auswählen. Sie folgt dabei gesellschaftlich hergestellten und durch Werbung und Medien (re-)produzierten Körperbildern, Schönheitsidealen und geschlechtlichen Zuschreibungen, die wir in unserem alltäglichen Gebrauch reproduzieren und sie somit normativ werden lassen. Auch das Tragen fairer Kleidung wird in diesem Zusammenhang codifiziert.
Während diese Seite der Modeindustrie ihre Macht subtil und symbolisch ausübt und durch das Hervorrufen von Bedürfnissen das Innerste des bekleideten Individuums beeinflusst, zeigt sich ihre andere Seite als offensichtlich menschenverachtende Fratze. Ein Blick auf die Produktionsverhältnisse von Kleidung und Mode offenbart die kontinuierliche Ausbeutung der vorwiegend weiblichen Produzent_innen durch oft gesundheitsschädliche Arbeitsbedingungen bei schlechter Bezahlung. Lediglich die Orte der Herstellung wandern: die so genannten ‚Billiglohnländer‘ wechseln. Bereits seit Jahrhunderten sind viele Bereiche von Kleidung weiblich besetzt, angefangen bei traditionellen Handarbeiten wie Stricken, Häkeln, Nähen, Weben oder Färben, die maßgeblich von Frauen verrichtet wurden. Im Zuge der industriellen Textilherstellung erhalten diese Tätigkeiten ihre ausbeuterischen Züge. Und es sind nach wie vor überwiegend Frauen, die in den Textilfabriken der Vergangenheit und Gegenwart diese Arbeiten oft unter menschenunwürdigen Bedingungen ausführen.
Die an dieser Stelle nur kurz angerissenen Aspekte Kleidung und Mode betreffend verdeutlichen, wie groß das thematische Spektrum ist. fashion x beleuchtet aus einer dezidiert geschlechterkritischen feministischen Perspektive einige dieser Aspekte intensiver.
Dabei leiten uns Fragen wie:

Welche Strategien werden beim „Spiel mit Identitäten“ eingesetzt und verfolgt?
 Inwiefern können durch (Ver-)Kleidung klassenspezifische und kulturelle Zuschreibungen und Aneignungen sowie stereotype Geschlechterbilder hinterfragt und gebrochen werden?
 Inwiefern können durch alternative Praxen der Modeproduktion konsumorientierte Produktions- und Verwertungskreisläufe sichtbar gemacht und durchbrochen werden?
 Welche Handlungsstrategien in der Auseinandersetzung mit den Produktionsverhältnissen von Kleidung können nachhaltig eine Solidarisierung und Unterstützung der ausgebeuteten Textilarbeiter_innen installieren?
 Welche Potentiale bieten künstlerische Praktiken und Perspektiven?
 Wie könnte eine feministische Modekollektion aussehen, die kritisch mit der eigenen identitätsstiftenden Macht, die kreativ und subversiv mit normativen Geschlechterbildern umgeht und global reflektiert fairere Produktionszusammenhänge fördert?

Das Projekt fashion x möchte unter genderkritischem Ansatz diese verschiedenen Aspekte zusammenführen und nach ihren Verknüpfungen befragen. Die Schnittstellen von Mode, künstlerischer und politischer Praxis stehen im Mittelpunkt dieser Befragung, die auf die Entwicklung neuer Perspektiven und individueller sowie kollektiver Handlungspotentiale abzielt. Dazu laden wir über den Zeitraum von zwei Wochen Künstler_innen, Aktivist_innen, Modemacher_innen und Wissenschaftler_innen ein, sich im interdisziplinären Austausch mit diesen Themenfeldern praktisch, theoretisch, diskursiv auseinanderzusetzen.
In der Umsetzung gruppieren sich verschiedene Formate wie Vortrag, Diskussion, Filmpräsentation, Workshop, Performance und Modenschau um zwei Kernthemenfelder:
Das erste fokussiert die Verknüpfung von Kleidung/Mode und Identität aus geschlechterkritischer Perspektive. Das zweite beleuchtet die feminisierte Produktion von Kleidung/Mode im globalen Kontext und fragt nach den Potentialen, ausbeuterische Produktions- und Verkmarktungsnormen nicht nur zu reflektieren, sondern diese auch Mittels z.B. fairer Kampagnen und alternativer Produktionsstrategien zu unterlaufen. Das Gesamtprojekt mündet in einer „diskursiven Modenschau“, in der beide Themenfelder miteinander in Beziehung gesetzt und diskutiert werden. Dabei ist die Frage nach machtvollen Strukturen, die Kleidung/Mode sowohl als Ausdruck von Identität und Zugehörigkeit als auch im Rahmen ihrer Produktion bestimmen, zentral. Intendiert ist, künstlerische Sichtweisen anzustrengen und nach den Potentialen künstlerischer Medien und Ausdrucksweisen bezüglich des Themenkomplexes zu fragen.

fashion x ist kuratiert von: alpha nova-kulturwerkstatt & galerie futura: Katharina Koch, Anne Kohl in Zusammenarbeit mit Silke Baumann und Dagmar Pelger

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beRuf Künstlerin – ein Paradigmenwechsel

Rauminszenierungen, Wandarbeiten, Skulpturen, Videoinstallationen, Computeranimationen

Verena Kyselka, Verdächtige in Genf gesichtet, 2001/05, c-print, Irritation Schweizer Banken, Genève

Doppelausstellung galerie futura, Berlin – Frauenmuseum Bonn 2010 / Kunsthalle Brennabor, Brandenburg 2013

Schirmherrin: Dagmar Reim, Intendantin vom RBB

Vernissage: 01.02.2013, 18:00
Begrüßung: Christian Kneisel – Intendant
Einführung: Uta Koch-Götze – Kuratorin galerie futura Berlin
Musikalische Einstimmung
Amy Green – Vocalensemble: Vox nostra
Ellen Hüningen – Vocalensemble: Vox nostra

Ausstellungsdauer: 2. Feb.- 1. März 2013
Öffnungszeiten: Mittwoch – Sonntag, 13.00 – 19.00 Uhr
Ort: Kunsthalle Brennabor, Geschwister-Scholl-Str. 10-13 · 14776 Brandenburg an der Havel

Künstler_innen in ihrer Rolle als Seismograph_innen der Gesellschaft sind Wegbereiter_innen gesellschaftlichen Wandels. In einer Welt der Ratlosigkeit und der verstörenden Erfahrung von der Auflösung vertrauter Gewissheiten werden Künstler_innen zu Protagonist_innen für eine Existenz zwischen Kreativität und Existenzangst. Dabei verkörpern sie eine „Berufsgruppe“, die als solche nicht anerkannt wird. weiter

Bilder Vernissage 1. Feb 2013, Kunsthalle Brennabor (Brandenburg a. d. Havel)

Videodokumentation „beRuf Künstlerin – ein Paradigmenwechsel“

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claim ’n‘ gain – eine genderkritische Spurensuche im Kiez

Skizze: Katja von Helldorff

Projektpräsentation: 27.10.2012, 17:30

Geschlecht als soziale Kategorie (Gender) spielt eine ausschlaggebende Rolle für die potentielle Partizipation und Interaktion im eigenen Kiez und prinzipiell darin, wie Räume wahrgenommen, angeeignet und gestaltet werden. Spuren davon finden sich sowohl in den konkreten Orten selbst (öffentliche Plätze, Läden, Cafés, etc.) sowie in den Geschichten der dort lebenden Menschen. weiter